"Circus Halligalli" - Klaas Heuer-Umlauf war im Doppelpass ferngesteuert

Für „Circus Halligalli“ schlüpfte Klaas Heuer-Umlauf wider Willen in die Rolle des Fußball-Fanatikers.
Für „Circus Halligalli“ schlüpfte Klaas Heuer-Umlauf wider Willen in die Rolle des Fußball-Fanatikers.
Foto: imago/Future Image
Was wir bereits wissen
Klaas Heufer-Umlauf galt bislang als musisch begabter Moderator. Für „Circus Halligalli“ wurde er kompromissloser Fußball-Fanatiker im Doppelpass auf Sport1.

Berlin.. In der Sendung „Circus Halligalli“ und außerhalb des ProSieben-Kosmos’ ist Klaas Heufer-Umlauf bisher als Freund der schönen Künste aufgetreten. Mit Detailwissen interviewte er Sänger, mit der eigenen Band Gloria wurde er von Kritikern gelobt. Doch am Montagabend verließ Heufer-Umlauf diese Rolle und wurde zum Fußball-Fanatiker.

Und zwar zu solch einem Fan, der bei Fragen um den Lieblingsverein nicht mit sich diskutieren lässt – nicht einmal in der wohl bekanntesten Fußball-Talkshow Deutschlands: dem Doppelpass auf Sport1. Für diesen Auftritt gab es allerdings von den Kritikern kein Lob, sondern eine deutliche Einschätzung von Joko Winterscheidt: „In dem Moment, wo ich ihn abgeholt habe, wusste ich: es war eine Scheiß-Idee!“

Klaas Heuer-Umlauf als Wolfsburg-Edelfan bei Sport1

Bereits vor zwei Wochen war auf Sport1 zu sehen, wie der selbsterklärte Edelfan des VfL Wolfsburg dem Manager seines Lieblingsvereins, Klaus Allofs, ins Wort fiel und dem Fußball-Weltmeister André Schürrle das Talent mit markigen Zwischenrufen absprach. Bei „Circus Halligalli“ zeigte sich nun, wie aus dem Musiker im Cashmere-Pullover der Kutte tragende Anhänger der Wölfe wurde.

Von Joko Winterscheidt ins Stadion geführt, versuchte sich Heufer-Umlauf Schal-schwenkend und analysierend auf der Tribüne. Die unbeholfenen Kommentare und der falsch geschriebene Name von André Schürrle auf der Jeans-Weste ließen erahnen: Trifft Heufer-Umlauf auf echte Fans und Experten, könnte das Ganze zu einer ganz bitteren persönlichen Niederlage werden.

Und da bei „Circus Halligalli“ das Zusteuern auf Peinlichkeit und Tragödie quasi zum Sendekonzept gehört, hatte Joko Winterscheidt eine taktische Variante erdacht, bei der sein Co-Moderator sowohl auf fanatische Fußballliebhaber wie auch auf ausgewiesene Experten treffen würde. Und so landete Klaas Heufer-Umlauf am Tag nach dem Stadionbesuch in Wolfsburg im Doppelpass bei Sport1 und sah sich somit zwei Gegnern gegenüber.

Auflösung bei Circus Halligalli

Circus Halligalli Auf einem Rastplatz irgendwo zwischen Berlin und der Autostadt hatte sich der Moderator am Vortag noch einige Fußballweisheiten antrainiert, sich dabei aber wohl einen geistigen Muskelfaserriss zugezogen. Denn mit der Annahme, dass Torwarttore nicht nur beim Tisch-, sondern auch beim echten Fußball doppelt zählen, gab es das nächste verbale Foul. Der falschen Weisheit folgend zählte zeitweise auch die Peinlichkeit doppelt.

Dies war immer dann der Fall, wenn der offensichtlich auf den Hauptsponsor des VfL Wolfsburg zugelassene Shuttle-Bus in Großaufnahme zu sehen war oder als dieser Bus neben drei brandneuen Modellen des Autobauers aus Wolfsburg parkte. Doch überlagert wurde diese erste Ebene der Peinlichkeit von Heufer-Umlaufs auswegloser Situation, die sich noch weiter verschlechterte, weil er im Fußball-Talk stets das sagen musste, was ihm Joko Winterscheidt über einen Knopf im Ohr zuflüsterte.

Fußball-Experten schicken Moderator frühzeitig in die Kabine

Und so war schon die vorgesagte Begrüßung von Klaas Heufer-Umlauf im Doppelpass einzigartig: Mit einem freundlichen „gut Kick in die Runde“ startete der Moderator seinen skurrilen Auftritt als Fußball-Experte.

Der Gastgeber Thomas Helmer wies Heufer-Umlauf zurecht, indem er anmerkte, dass man hier über Fußball rede und der Gruß wohl eher nach „gut Holz!“ unter Keglern klinge. Während Helmer noch zu überbrücken versuchte, herrschte bei Heufer-Umlaufs Wortmeldungen im Studio Stille. Stattdessen zoomte die Kamera auf wütend drein blickende Fans, die sich um ihre Sendung gebracht sahen.

Anbiederung als taktisches Mittel

TV-Show Klaas Heufer-Umlauf versuchte mit einem letzten Versuch, die Riege der kompromisslosen Fans auf sich zu bringen. Seine Taktik: sich mit einer Schelte eines mutmaßlich schlechten Spielers der vergangenen Wochen mit den Fans gemein machen. Für diese Kritik hatte sich Heufer-Umlauf André Schürrle ausgesucht. Doch so falsch die Schreibweise auf seiner Jeans-Weste am Vortag war, so daneben war die Kritik: „Da muss man einfach zusehen, dass der die PS auf die Straße kriegt.“

Mit der Anspielung auf den Motorsport hatte sich der Moderator wohl endgültig disqualifiziert und wurde vorzeitig ausgewechselt. Für ihn kam Schiedsrichter Herbert Fandel in die Runde. Auch wenn diese Auswechslung von langer Hand geplant schien, hatte das Team von „Circus Halligalli“ mit Heufer-Umlauf eine taktische Variante in die Startelf berufen, die sowohl die eigene Sendung wie auch den Doppelpass zumindest eine Halbzeit lang bereicherte.