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Porträt

Christine Sommer mimt die trutschige Chefsekretärin

14.04.2009 | 02:01 Uhr
Christine Sommer mimt die trutschige Chefsekretärin

Recklinghausen. Die Wahl-Recklinghäuserin Christine Sommer spielt Conny Hundt in der ZDF-Telenovela „Alisa – Folge deinem Herzen”. Seitdem liegen ihr die Zuschauer förmlich zu Füßen.

Als sie noch in Goethes Klassiker „Torquato Tasso” auf der Theaterbühne stand, da erhielt sie zehn Autogramm-Anfragen – pro Jahr. Heute sind es ebenfalls zehn Fan-Briefe, allerdings pro Tag. Seit die österreichische Wahl-Recklinghäuserin Christine Sommer in der neuen ZDF-Telenovela „Alisa – Folge deinem Herzen” die trutschige Chefsekretärin mimt, liegen ihr die Zuschauer förmlich zu Füßen. „Wir erzählen ihnen eben ein modernes Märchen”, freut sich die 38-jährige über den Erfolg.

Kein Genre ausgelassen

Christine Sommer spielt beim ZDF die Rolle der Conny Hundt in der Telenovela "Alisa - Folge deinem Herzen". (Foto: WAZ, Reiner Kruse - Foto oben: ZDF, Nils Kinder)

Dabei sind weder Mattscheibe noch Kino-Leinwand neue Arbeitsfelder für die Absolventin des renommierten Max-Reinhardt-Seminars. Die zarte Wienerin mit den langen blonden Haaren und den wasserblauen Augen hat ihren Job von der Pike auf gelernt und kein Genre ausgelassen. Eine Ochsentour, die sich ausgezahlt hat. Anders in mancher Daily-Soap spielen in Alisa keine Darsteller mit, die irgendwo einen Auftritt gewonnen haben. Das ZDF- Team besteht aus rund 20 ausschließlich professionellen Schauspielern. Also: „Kein Grund, um über eine Telenovela die Nase zu rümpfen.” Auch die Wände wackeln nicht mehr, wenn in einer Szene eine Tür zugeschlagen wird, wie einst in den Kindertagen der Soaps. Für die Außenaufnahmen geht's an den Wansee oder in den Harz, ansonsten wird in Potsdam gedreht, „in einem wahnsinnigen Studio, zehnmal so groß wie ein Möbelhaus”.

Christine Sommer hat erst einmal einen Vertrag für 14 Monate Dreh in der Tasche. Wenn's mehr werden, kein Problem. Die Wienerin im Pott hat für „Alisa” eine Zweitwohnung in Berlin angemietet, jettet zwischen Ruhr, Spree und Donau hin und her. Zuhause in Recklinghausen warten dann die zehn- und zwölfjährigen Töchter auf sie. Und Verlobter Martin Brambach, Erfolgsschauspieler in zahlreichen Film- und Fernsehklassikern wie „Tatort”, „Wilsberg” oder „Good Bye Lenin”.

45 Minuten Märchen

Seit Anfang März flimmert nun „Alisa” täglich um 16.15 Uhr über den Bildschirm. Gedreht wird seit September, meist eine Folge pro Tag. Bis 45 Minuten Märchen im Kasten sind, liegt ein hartes Stück Arbeit hinter den Akteuren. Schon um sieben Uhr heißt es für Christine Sommer: ab in die Maske. Eine Stunde später: „Kamera läuft”. Dann verwandelt sich die Recklinghäuserin in eine aufgetakelte Muckermaus, die unterm Pantoffel eines cholerischen Gatten vom Leben hart geprüft wird. Drehschluss ist erst am Abend.

Christine Sommer spielt die 40-jährige Conny Hundt, die in der Firma Castelhoff als Chefsekretärin die Brötchen verdient. Die Story: mal so eben nebenbei konsumierbar und unterhaltsam, passend zu Tea-Time oder Kaffee und Kuchen. Christine Sommer mag die leicht verdauliche Melange aus Liebe und Intrigen, aus smarten Bösewichten und armen Gutmenschen, aus Irrungen und Verwirrungen. Ihre Conny ist eine Frau, die nur wenig mit ihr selst zu tun hat: „Nee, so bin ich nicht, da musste ich mich erst einmal rein denken. Diese Frau ist sehr konservativ, lässt sich extrem von ihrem tyrannischen Mann unterbuttern, macht alles nur für ihn und ihre Tochter Caroline.”

Traumpaar feiert Tramhochzeit

Wie die unterschiedlichen Love-Storys am Ende ausgehen, darf die Schauspielerin natürlich nicht verraten. Eines aber ist sicher: Auch hier wird das Traumpaar Traumhochzeit feiern.

Im Privatleben feierte Sommer, die seit 1997 in Recklinghausen lebt („Ich mag das Ruhrgebiet, mache überall Reklame dafür”), mit Partner Brambach erst mal Verlobung. Auf der Bühne und vor der Kamera stehen beide immer mal wieder gemeinsam. Im „Tasso” zum Beispiel, den der Luxemburger Frank Hoffmann 2007 für die Ruhrfestspiele inszenierte. Oder 2005 im Kino-Film „Klimt”. Einmal im Jahr macht Christine Sommer Theater in ihrer alten Heimat, in Reichenau bei Wien oder im Badener Stadttheater. Ihren Eltern, die noch in Wien leben, ist sie durch „Alisa” wieder ein wenig näher gerückt: „Die Sendung ist auch dort zu sehen und besonders mein Vater leidet sehr mit Conny mit.”

Ob nun Goethe, Wilsberg oder Telenovela: „Alles eine wunderbare Herausforderung.” Mit unterschiedlicher Wahrnehmung des Publikums. Autogrammkarten lässt Christine Sommer gerade nachdrucken.

Elisabeth Höving

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