"Borcherts Fall" - Bauerfeind und Kohlund als Anwaltspaar

In der neuen Serie "Borcherts Fall" sind Katrin Bauerfeind und Christian Kohlund als ungleiches Kollegenpaar zu sehen. Eine kitschige Liebesgeschichte bleibt den Zuschauern erspart.
In der neuen Serie "Borcherts Fall" sind Katrin Bauerfeind und Christian Kohlund als ungleiches Kollegenpaar zu sehen. Eine kitschige Liebesgeschichte bleibt den Zuschauern erspart.
Foto: dpa
Bekannt wurde sie als "Ehrensenf"-Moderatorin. Nun wird Katrin Bauerfeind TV-Anwältin. An ihrer Seite steht Ex-"Traumhotel"-Star Christian Kohlund.

Prag.. Sie ist die junge, smarte Anwältin, die noch Ideale hat. Er spielt den schon etwas älteren, erfahrenen Juristen, der selbst Dreck am Stecken haben soll. Was die beiden zusammenführt, ist die dramatische Entführung eines sechsjährigen Jungen. Mit Ex-"Traumhotel"-Star Christian Kohlund und Serienneuling Katrin Bauerfeind wird für die ARD in Prag der Auftakt für die neue Fernsehserie "Borcherts Fall" gedreht.

"Und bitte", ruft der Regisseur in einem funktionalistischen Bürogebäude der 1930er Jahre. Dann stürmt Christian Kohlund als Anwalt Dr. Thomas Borchert zur Tür herein. Die Sekretärin im Vorzimmer kann ihn nicht aufhalten. In der Hand: ein roter Schulranzen, der offenbar dem entführten Jungen gehört. Kollegin Dominique Kuster (Bauerfeind) beendet verdutzt ihr Telefongespräch.

Es ist eine komplizierte Szene, die nicht einmal, sondern gleich viermal hintereinander gedreht wird. Mal sagt Bauerfeind "Rucksack" statt "Schulranzen", dann wieder stimmt das Timing nicht ganz. Erst am Ende sagt Regisseur Matthias Steurer über die Einstellung: "Das war die schönste bis jetzt."

Serie behandelt aktuelle Probleme

Im Hintergrund an der Wand hängt ein verpixeltes Mandela-Porträt. Mit der Rolle der idealistischen Anwältin Dominique Kuster hat der einstige Internet-Star Bauerfeind den Sprung ins deutsche Serienfernsehen geschafft. Von 2005 bis 2007 hatte die 32-Jährige die preisgekrönte Internet-Fernsehsendung "Ehrensenf" moderiert.

Im richtigen Leben habe ein Jura-Studium sie nie sonderlich gereizt, räumt die studierte Technikjournalistin Bauerfeind ein: "Alle sagen, man muss nur auswendig lernen - das fand ich so unkreativ." Bei den Dreharbeiten habe sie aber festgestellt, dass ihr der Advokaten-Job an sich sehr gut gefalle. "Sie hat durchaus ihren eigenen Kopf und ist eine engagierte und leidenschaftliche Anwältin", sagt sie über ihre Rolle der Kuster.

Dabei geht es um aktuelle Themen wie Migration und Flüchtlinge. Eine Frau aus Asien, der nach der Geburt ihr Kind weggenommen wurde, entdeckt es bei Adoptiveltern in der Schweiz. Bei dem Versuch, ihr eigenes Kind zurückzuholen, kommt es zu Schwierigkeiten. "Der Junge wird doppelt entführt, das ist das Spannende an der Geschichte", erklärt Regisseur Steurer.

Kohlund freut sich nach zahn Jahren Traumhotel auf die neue Rolle

Wovon der Zuschauer verschont bleibt, ist eine kitschige Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptdarstellern. "Das haben wir versucht, von Anfang mit allen Mitteln zu vermeiden", betont Steurer. Die Figuren des Borchert und der Kuster seien ohnehin zwei "sehr eigene Persönlichkeiten".

Für Borchert-Darsteller Christian Kohlund ist es eine "neue, aufregende Arbeit", nachdem er zehn Jahre lang in der ARD-Serie "Das Traumhotel" den Hotelier Markus Winter gespielt hat. "Natürlich hat das sehr viel Spaß gemacht, weil ich die ganze Welt sehen konnte", sagt der 64-Jährige. Er habe sich aber nie auf eine Rolle festnageln lassen wollen. "Ich bin ja Schauspieler geworden, um möglichst viele verschiedene Rollen zu spielen und das habe ich in meinem Beruf auch geschafft."

Hauptschauplatz der Anwaltsserie ist Zürich

Der in Basel geborene Kohlund kehrt mit der Serie auch ein Stück weit zu seinen Schweizer Wurzeln zurück. Hauptschauplatz der Anwaltsserie ist Zürich, die Kulturstadt und Finanzmetropole an der Limmat. Nur die Innenaufnahmen der Produktion der Graf Film werden aus Kostengründen und wegen der guten filmischen Infrastruktur in Prag gedreht.

Dem Zuschauer bleibt das verborgen. Da steht Kohlund in einem Moment in Tschechien vor dem silbernen Wohnwagen des Herrn Borchert. Dann macht es Schnitt. Und schon läuft er vor dem realen Panorama Zürichs in die Stadt hinunter. Auch abseits der Dreharbeiten genießt es Kohlund, jeden Tag eine Stunde spazieren zu gehen. Über Prag kann er nun sagen: "Es ist wirklich eine der schönsten Städte der Welt." (dpa)