Boerne und Thiel mit Fuß ohne Leiche am Tatort Münster
18.09.2011 | 15:14 Uhr 2011-09-18T15:14:00+0200
Essen.Kommissar Thiel findet einen Fuß ohne Leiche und muss im Tennis- und Rockermilieu ermitteln: Der 20. Tatort aus Münster – „Zwischen den Ohren“ – ist mit gutem Stoff etwas überfrachtet, Axel Prahl und Jan Josef Liefers glänzen wie gewohnt.
Vatter Thiel (Claus D. Clausnitzer ) ist bekanntlich ein umtriebiger Typ. Seit inzwischen 20 Folgen nervt er seinen Sohn am Münsteraner Tatort . Doch dass ihn ausgerechnet die kontemplative Suche nach der inneren Ruhe am nächtlichen See nicht zu dem großen Fisch führt, sondern mitten in einen Kriminalfall spült, ist eher ungewöhnlich. Genau wie die restliche Handlung.
Das Duo Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) liefert auch mit der neuen, der inzwischen 20. Auflage des „Tatorts – Zwischen den Ohren“(ARD, Sonntag, 20.15 Uhr) mal wieder kurzweilige Unterhaltung. Okay, so abgedreht und urkomisch , wie man das Ermittlerteam kennt, geht’s in der jüngsten Ausgabe nicht zu. Natürlich darf Karl-Friedrich Boerne seinen Mitmenschen wieder arrogante Gemeinheiten an den Kopf schleudern. „Wahre Größe“, doziert er, „zeigt der Gigant erst, wenn er auch den Zwerg am Lichtschein seines Glanzes teilhaben lässt“. Na klar, die eher kleinwüchsige Alberich (Christine Urspruch ) ist die Adressatin dieser Ansprache.
Zu viel Stoff für 90 Minuten Krimi
Bei ihrem Debüt am Set in Münster haben sich Regisseurin Franziska Meletzky sowie die Drehbuchautoren Christoph Silber und Thorsten Wettcke viel vorgenommen. Zu viel für 90 Minuten Krimi, möchte man zuweilen meinen.
Das Spektrum der Handlung ist weit gefächert. Ein Fuß am Angelhaken von Vatter Thiel führt das Duo Boerne/Thiel auf der Suche nach Leiche und Mörder in die unterschiedlichsten Szenerien. Im noblen Tennisclub treffen sie auf ehrgeizige Nachwuchsförderung durch übereifrige Eltern. Am entgegengesetzten Ende der gesellschaftlichen Skala, bei den harten Jungs des Motorradclubs „Wotan Wolves“ ermitteln sie unter Rockern mit Verbindungen zum organisierten Verbrechen.
Angelehnt an einen realen Fall
Und es geht um Intersexualität. Angelehnt an den realen Fall der deutschen Tennisspielerin Sarah Gronert, die 2008 ihre Profikarriere wegen die Menschenwürde verletzender Gerüchte und Lästereien kurzfristig unterbrach. Gronert, deren Geburtsurkunde sie als Mädchen auswies, wurde im Tenniszirkus mit wachsendem Erfolg auch zunehmend wegen ihres bekannten Hermaphrodismus’ angefeindet.
Fast inflationär wird hier mit wunderbarem Stoff, aus dem Krimis gestrickt werden können, gespielt. Zugegeben, es ist eine Klage auf hohem Niveau. Aber auch wegen durchgängig fehlender Spannungsmomente wären hier weniger Handlungsstränge weniger irritierend gewesen.
11:41
Ich fand den Tatort diesmal reichlich unlogisch aufgebaut.
Es ist unlogisch, dass nach dem Fund eines Fußes im Fluß dort keine Taucher eingesetzt werden. Obwohl ausdrücklich erwähnt wird, das dieser Fuß von einer Schiffsschraube abgetrennt wurde, (ebenso unlogisch mit glattem Schnitt) werden nur die Ufer abgesucht. Es kann dort munter weiter geangelt werden, bis von dem gleichen Finder, natürlich dem Vater des Kommissars, die ganze Leiche gefunden wird. Dann erst kommen Taucher zum Einsatz...
Außerdem wäre die Intersexualität der Tennisspielerin spätestens beim ersten Dopingtest aufgefallen. Allein wegen der im Film ausdrücklich erwähnten innenliegenden Hoden der Spielerin, denn in denen würde nun mal das männliche Sexualhormon Testosteron in für eine Frau übermäßiger Höhe produziert. Eine internationale Karriere wäre also von vornherein ausgeschlossen - und somit die ganze Handlung des Films...
Also, etwas mehr Logik bitte beim Drehbuch schreiben. Die Leute sind schließlich nicht alle blöd...
13:50
Wieder mal Spitze der Tatort-Krimi aus Münster mit großartigen Akteuren ! Neben Prahl und Liefers sollte man auch mal Alberich hervorheben, die Assistentin von Prof. Boerne, die ihre Sache auch prima macht ;-)
07:53
#1 Vanagas
Ich habe bei der Fußballberichterstattung am Wochenende (Echt)szenen gesehen, die zigmal brutaler waren, als ein Plastikfuß.
06:04
# 2
Gebe Ihnen mit Ihrer Stellungnahme vollkommen recht - das haben Sie sehr gut und real aufgezeigt !
Der Münster-Krimi hat uns am Sonntagabend wieder bestens unterhalten . Selbst bei einem schlechtem Drehbuch setzt er sich durch die Protagonisten wohlwollend ab - für uns ist er fast ein MUSS !
Herr Liefers war in der jungen Vergangenheit im Sheratonhotel an der Hotelbar - er ist auch LIVE ein Guter - dürfte aber für Herrn Prahl wohl auch zählen .
23:17
Der Krimi war prima! Hat einfach wieder mal Spass gemacht.
@vanagas, du weisst doch, dass du auf einer Nachrichtenseite unterwegs bist. Da können Nachrichten und Bilder schon mal schockieren.
Du sagst, dass ihr die Nachrichten ausschaltet, wenn sie zu brutal werden. Warum siehst du dann nicht erstmal nach, was hier imWesten steht, bevor du deinen Sohn auf diese Plattform mitnimmst??
Um Sport zu lesen wärst du mit deinem Sohn zusammen auf einer reinen Sportseite vielleicht besser aufgehoben.
Und nein. Ich bin nicht verroht. Aber ich weiss, was mich auf einer Nachrichtenseite erwarten
k a n n, wenn ich sie betrete.
Nix desto trotz....ich hoffe, dass du deinem Sohn erklären konntest, dass es eine Werbung für einen Film war. Mehr nicht.
23:01
Kommt der Tatort aus Münster ist Fernsehunterhaltung vom Feinsten garantiert.
Der Tatort war wieder spitze!
19:47
#2 SoerenHL
Wie sind Sie denn drauf !
Soll mein Sohn den nächsten Klassenausflug ins Leichenschauhaus machen ?
Bisher konnte ich mich bei DerWesten auf seriöse Nachrichten und Bilder verlassen . Ob das Bild fiktiv ist oder nicht kann ein Achtjähriger nicht erkennen . Er muß es auch nicht .
Normale Nachrichten sehen unsere Kinder auch nicht bzw . wir schalten um wenn die Nachrichten zu brutal werden .
Wie darf ich mir bei Ihnen Zuhause das mediale Miteinander vorstellen ?
Kinder kommt schnell , gleich kommt die Steinigung . Halb so schlimm - die Welt ist schlecht !
An Ihnen kann man sehr schön die Verrohung unserer Gesellschaft durch Trash.TV , Ballerspiele , Blödzeitung , etc . sehen .
17:46
@ #1 Immer schön die Kinder in Watte packen, damit sie später, wenn sie groß sind, auch bloß aus allen Wolken fallen, dass es nicht nur schönes im realen Leben gibt. Medien vorzuwerfen, dass sie Nachrichten (die immer sehr unschön sein können) nicht primär auf KiKa-Niveau machen ist Unsinn. SIE müssen sich überlegen was für ihren Sohn ok ist und was nicht, nicht DerWesten ob sie ihren Sohn auf dem Schoß haben könnten. Wenn Sie keine Lust haben ihrem Sohn vernünftig zu erklären was man auf Nachrichtenseiten an unschönen Dingen sehen kann, sollten sie ihn tatsächlich nicht mit auf eine solche Seite nehmen. Ihr Sohn ist acht Jahre, nicht dumm. Immerhin kommen auf Nachrichtenseiten aber auch ganz reale Meldungen mit Bildern von Mord- und Kriegsgeschehen auf den Schirm. Sich dann ausgerechnet über ein solch fiktives Foto zu erregen, wo in Afghanistan, im Gazastreifen und anderswo die Gliedmaßen ganz real durch die Gegend fliegen und auch immer wieder blutiges von dort auf Nachrichtenseiten zu sehen war, ist schon ein bisschen komisch. Naturkundemuseen und ähnliches kann ich dann übrigens auch nicht empfehlen, dort sind schonmal Totenschädel und Gliedmaßen ausgestellt. Die Welt ist schlecht!
17:25
Vielen Dank für das Photo in Ihrem Aufmacher .
Nur blöd das ich gerade mit meinem achtjährigen Sohn Nachrichten ( Sport ) lesen wollte als dieses Photo mit dem abgetrennten Fuß erschien .
Ich werde in Zukunft auf ein gemeinsames Lesen des DerWesten mit meinem kleinen Sohn verzichten . Man weiß nicht welches Schockerphoto als nächstes um die Ecke kommt .
Sind Sie schon so abgebrüht ?
Die meisten Ihrer Kunden ( hoffe ich ) noch nicht !