Das aktuelle Wetter NRW 26°C
Serie

Arte zeigt israelische Vorlage zu Kriegsgefangenen-Serie "Homeland"

06.05.2013 | 15:11 Uhr
Arte zeigt israelische Vorlage zu Kriegsgefangenen-Serie "Homeland"
Ein unerwartetes Wiedersehen nach 17 Jahren: Die Soldaten Uri Zach (Ishai Golan, l.) und Nimrod Klein (Yoram Toledano, M.) konnten endlich aus den Händen der Hisbollah befreit werden.Foto: Yanay Yechiel/Arte

Tel Aviv.  Die Serie "Hatufim" hat den Nerv der Israelis berührt. Es geht um das Schicksal freigelassener Kriegsgefangener. Fast jeder Israeli muss zur Armee, fast jeden kann es treffen. Arte zeigt das Erfolgsformat, das in Amerika mit der preisgekrönten Serie "Homeland" kopiert wurde.

Bei einem waghalsigen Einsatz im Libanon sind vor 17 Jahren drei israelische Reservesoldaten in Gefangenschaft geraten. Nach so langer Zeit rechnet eigentlich niemand mehr mit ihrer Rückkehr. Überraschend kommt es doch zu einem Handel über ihre Freilassung. So beginnt die israelische TV-Serie "Hatufim - In der Hand des Feindes", deren erste Staffel von Donnerstag an bei Arte (21.00 Uhr) gezeigt wird. Das israelische Originalformat diente als Vorlage für die vielfach preisgekrönte US-Serie "Homeland". Zur Crew der israelischen Vorlage gehört auch die in Hollywood erfolgreiche Schauspielern Mili Avital ("Der menschliche Makel").

Die drei Geiseln in "Hatufim" sind während ihrer Gefangenschaft zu nationalen Symbolen geworden. Die fiktive Geschichte beginnt damit, dass zwei von ihnen, Nimrod und Uri, im Jahre 2008 zurück in ihre Heimat kommen. Der Dritte, Amiel, kann nur noch im Sarg zurückgebracht werden. Die beiden Überlebenden werden von ihren Familien herzlich wieder aufgenommen. Doch die Rückkehr in ihr altes Leben fällt ihnen nach den traumatischen Erlebnissen während der Geiselhaft äußerst schwer. Immer wieder werden sie von Erinnerungen an Folter und Gedanken an das Schicksal der dritten Geisel gequält.

Lesen Sie auch:
Starker Start für "Homeland" - Topquote für Sat.1

Der Start der hochgelobten US-Serie „Homeland“ hat am Sonntag bei Sat.1 für Topquoten im Spätprogramm gesorgt. Die Doppelfolge erreichte in der werberelevanten Gruppe der 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von knapp 16 Prozent. Quotengewinner war am Abend der Bodensee-Tatort in der ARD.

Das Thema Kriegsgefangene ist für Israelis sehr schmerzhaft und bewegt sich an der Grenze zum nationalen Tabu. Fast jeder Israeli muss zur Armee, fast jeden kann es treffen. Schon mehrere tausend palästinensische und arabische Extremisten sind im Laufe der Jahre bei Vereinbarungen im Gegenzug für israelische Soldaten freigekommen. Viele davon nahmen später wieder an Anschlägen teil - deshalb sind solche Tauschhandel in Israel auch äußerst umstritten. "Hatufim" ist der erste Versuch dieser Art, das Schicksal der freigelassenen Soldaten zu beleuchten.

Schwierigkeiten nach der Heimkehr werden gezeigt

"Etwa 1500 Israelis sind bisher aus der Gefangenschaft zurückgekehrt", sagte Gideon Raff, der Produzent, Drehbuchautor und Regisseur der Serie, deren Ausstrahlung im israelischen Fernsehen vor drei Jahren begann. "Wir haben nie wirklich untersucht, was mit ihnen nach ihrer Rückkehr passiert ist", erklärte Raff im Interview mit der Zeitung "Haaretz".

Hintergrund
"Homeland": Sat.1 zeigt atemberaubende Agenten-Serie

Hochgelobt und vielfach ausgezeichnet: Mit "Homeland" startet Sat.1 am 3. Februar eine der besten US-Serien der vergangenen Jahre. Zehn Jahre nach dem Terror-Trauma 9/11 verdächtigt CIA-Agentin Carrie den Elite-Soldaten Brody, in der Kriegsgefangenschaft zum Terroristen geworden zu sein.

Raff, ebenfalls Autor der amerikanischen Erfolgsserie "Homeland" hat sich monatelang sehr gründlich auf die Dreharbeiten vorbereitet: Er sprach zum Beispiel mit Psychologen, die traumatisierte ehemalige Geiseln oder Kriegsgefangene und deren Familien betreut haben. Die israelische Serie zeigt sehr intensiv die Schwierigkeiten der Heimkehrer, sich wieder in ihre Familien zu integrieren. Einer von ihnen trifft etwa auf einen rebellischen Sohn im Teenageralter, den er noch nie gesehen hat. Uris Verlobte ist inzwischen mit seinem Bruder verheiratet, versucht dies jedoch zu verheimlichen.

Viel Aufmerksamkeit und Kritik für die Serie

Das TV-Drama sorgte in Israel für große Aufmerksamkeit, stieß aber auch auf Kritik. Der später freigelassene israelische Gefangene Gilad Schalit wurde damals noch von der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen festgehalten. Miriam Groff, deren Sohn 1985 nach drei Jahren Gefangenschaft im Rahmen eines umstrittenen Häftlingstauschs freikam, kritisierte "Hatufim" als "Promo für die Hamas und einen Schalit-Deal". Die Serie ermutige Extremisten nur zur Entführung weiterer israelischer Soldaten, sagte sie dem Armeesender damals.

Bei Arte ist "Hatufim" an fünf Abenden in Doppelfolgen zu sehen. Der deutsch-französische Sender will den Donnerstag als Serienabend etablieren. Zuletzt lief die schwedische Serie "Echte Menschen". (dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
Tatort-Kommissarin findet "Tatort" langweiliger als früher
Krimireihe
Ulrike Folkerts, die dienstälteste Tatort-Kommissarin, kritisiert die aktuellen Folgen der ARD-Krimireihe. Vor 20 Jahren seien die ARD-Produktionen allesamt spannender gewesen. Eine Erklärung für die abnehmende Spannungskurve hat die Schauspielerin auch: politische Korrektheit.
Wirte kehren Sky nach saftiger Preiserhöhung den Rücken
Sky-Preise
Sky erhöht die Kneipen-Preise — und zwar massiv: Wirte müssen ab September für ein Sport-Abo knapp 50 Prozent mehr hinlegen. Das ist die zweite dicke Erhöhung binnen eines Jahres. Jetzt müssen viele Gastronomen rechnen, ob sich Fußball überhaupt noch lohnt.
Neue Impro-Shows auf Sat.1 und RTL
Comedy
Mit dem Ende der „Schillerstraße“ schien die Improshow beerdigt. Doch von wegen: Jetzt kehrt das unberechenbare Spaß-Genre zurück ins Fernsehen. Sat.1 legte mit Jochen Schropps Show „Jetzt wird’s schräg“ vor, bei RTL folgt Ralf Schmitz in Kürze.
ZDF-Doku zeigt Hannes Jaenickes Kampf für Elefanten
ZDF
Das Thema ist richtig gesetzt und wichtig obendrein: Elefanten sind in Gefahr. Und Hannes Jaenicke tut daran, dass seine Popularität für die Dickhäuter einzusetzen. Doch gut gedacht ist noch lange nicht gut gemacht, wie eine ZDF-Dokumentation zeigt.
Gagenstreit verzögert Dreharbeiten von "Big Bang Theory"
Erfolgsserie
Die Dreharbeiten von "The Big Bang Theory" verzögern sich durch einen Streit um die Entlohnung der Hauptdarsteller. Die fünf Schauspieler sollen nicht zum ersten Drehtag erschienen sein, weil sie keine Verträge hätten. Ob das Einfluss auf den Start der neuen Staffel in den USA nimmt, ist unklar.
Umfrage
Nach der jüngsten Preiserhöhung kehren viele Wirte Sky den Rücken . Wo verfolgt ihr Bundesliga- und Champions-League-Spiele?

Nach der jüngsten Preiserhöhung kehren viele Wirte Sky den Rücken . Wo verfolgt ihr Bundesliga- und Champions-League-Spiele?

 
Fotos und Videos
Glaskasten für Galileo angeliefert
Bildgalerie
TV-Experiment
The Voice Kids
Bildgalerie
Unterhaltung
Alle 26 Platzierungen
Bildgalerie
ESC 2014
Conchita für Österreich
Bildgalerie
ESC 2014