ARD-Komödie "Sophie kocht" zeigt Küchenfee in der Ehefalle

Hat das Zeugs, ihn weichzukochen: Sophie (Annette Frier) und  Marc Terenzi, der sich selbst spielt.
Hat das Zeugs, ihn weichzukochen: Sophie (Annette Frier) und Marc Terenzi, der sich selbst spielt.
Foto: ARD Degeto/Magdalena Mate
Was wir bereits wissen
Die ARD-Komödie "Sophie kocht" ist eine bemühte, klischeebeladene Beziehungskomödie mit Annette Frier und Marc Terenzi - der sich selber spielt.

Essen.. Lebenskrisen mit Annette Frier, das kann ja heiter werden. Immerhin hat die Schauspielerin mit ihrem komödiantischen Talent die Zuschauer als Ein-Euro-Anwältin verlässlich gut unterhalten. Wer vom lockeren Mundwerk der Danni Lowinski begeistert war, wird allerdings von der hausbackenen Sophie in der Kochkomödie „Sophie kocht“ (ARD, 22. Mai 20.15 Uhr) saures Aufstoßen bekommen.

Dass die Geschichte ein Aufguss sämtlicher Beziehungsklischees ist, gehört ja zur Tagesordnung. Von daher disqualifiziert sich diese Schmonzette nicht mehr als andere. Doch hier ist der Fremdschämfaktor besonders hoch.

Mit Kochkünsten Kasse machen

Zur Geschichte: Eigentlich könnte es ihnen gut gehen, doch dann fehlen das Geld und der Sex. Um die Haushaltskasse zu füllen, kommt Sophie auf die Idee, mit ihren Kochkünsten Kasse zu machen. Und schon wird aus der braven Küchenfee die gestresste Powerfrau. Natürlich lebt die klamme Familie auf einem idyllischen Bauernhof, der aussieht wie ein Millionenprojekt.

ARD-Komödie Aber auch an diesen Bruch mit der Realität hat man sich als Fernsehzuschauer schon längst gewöhnt. Und natürlich kriegt der Ehemann (Hans-Jochen Wagner), weil ohne Job, den Alltag auch nicht hin wie Mutti.

Marc Terenzi gibt den Schürzenjäger

Die wirkliche Tragik dieser Komödie liegt vor allem in der aberwitzigen Annahme, dass dieses Hausmütterchen das Potenzial haben sollte, einem überzeugten Casanova das Herz zu brechen. Mit ihrer Kochschürze und dieser biederen Lockenfrisur hat man der Sophie jedoch jeden Reiz genommen. Und damit nicht genug.

Der Schürzenjäger wird von Sänger Marc Terenzi gegeben. Geradezu bizarr: Er spielt sich nämlich selbst. Und die Dialoge hören sich dann in etwa so an: „Ah, guck mal, Sophie, da vorne ist der berühmte Mark Terenzi.“ In den Sophies Tochter auch noch reineweg verliebt ist. Vorhersehbar kommt es also auch noch zum schalen Mutter-Tochter-Konflikt.

Terenzis Schauspieldebüt hätte man dem Zuschauer gern erspart

Es ist Terenzis Spielfilmdebüt. Man hätte es dem Zuschauer lieber erspart. Wie er mit dem Sektglas in der Hand durch die Bar schleicht, ist er nur der billige Abklatsch eines Herzenbrechers. Zu allem Überfluss kreuzt auch noch Sylvie Meis in der Rolle der Sylvie Meis auf. Selbst in einer Seifenoper wäre dieser Aufritt grenzwertig.

Fazit: Bemühte, klischeebeladene Beziehungskomödie, bei der man leider merkt, dass auch Annette Frier zu wenig Zeit hatte, ihr Spiel zu optimieren.

ARD, Freitag, 22.Mai, 20.15 Uhr