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Anna Loos wirbt als Sterne-Köchin mit Herz fürs Ehrenamt

26.11.2012 | 06:40 Uhr
Anna Loos wirbt als Sterne-Köchin mit Herz fürs Ehrenamt
Ida (Anna Loos, r.) fühlt sich schuldig und leidet ebenso wie Mandy (Hanna Müller, l.) unter den Geschehnissen der vergangenen Tage.Foto: ZDF/Conny Klein

Mainz.   „Mandy will ans Meer“ will ein Film sein, der gesellschaftliches Engagement mit Unterhaltung versöhnt. Anna Loos spielt dabei im Doppelsinn eine wichtige Rolle. Als taffe Sterne-Köchin entdeckt sie ihre weiche Seite: Die kinderlose Karriere-Frau wird Ersatzmutter.

Der Herbst ist die nachdenkliche Jahreszeit. Deshalb ging es vorige Woche im Ersten um Leben und Tod, deshalb zeigt das ZDF an diesem Montag, 20.15 Uhr, das Sozialdrama „Mandy will ans Meer“.

Anna Loos spielt eine knallharte Sterne-Köchin, die in einer Berliner Einrichtung für benachteiligte Kinder ihre weiche Seite entdeckt: Die kinderlose Karriere-Frau wird Ersatzmutter für die kleine Mandy (Hanna Müller).

Vorbild ist die Berliner „Arche“

Drehbuch-Autor Christian Pfannenschmidt bezieht sich ausdrücklich auf das wirklich existierende Kinder-Haus „Die Arche“. Der Ex-Journalist sagt über seine Arbeit: „Realismus und Relevanz im fiktionalen Erzählen sind das Gegenteil von Beliebigkeit, und dass solche Themen im deutschen Fernsehen mehr und mehr Raum einnehmen, gefällt mir, auch als Zuschauer.“ Pfannenschmidt bildet die Wirklichkeit aber nicht eins zu eins ab: „Die Geschichte muss am Ende eine Aussicht haben. Ich bin ein Fan von Happy Ends.“

Zugleich hat der Film eine Nebenbotschaft. Sie lautet: Ein Ehrenamt macht nicht reich, aber glücklich. Pfannenschmidt: „Ich werbe dafür, dass wir bei Problemen und Missständen in unserer Gesellschaft genauer hinsehen. Wenn dabei rauskommt, dass Zuschauerinnen und Zuschauer sich fürs ehrenamtliche Arbeiten entscheiden – klasse!“

Ermutigung und Werte

Die zweite Botschaft von „Mandy will ans Meer“ heißt: Selbst Kinder aus zerrütteten Familien können eine Zukunft haben – wenn sie auf Mentoren treffen, die sie fördern. „Jeder Mensch wünscht sich doch, angenommen und akzeptiert von anderen zu sein“, sagt Pfannenschmidt über seine TV-Figur, „und gerade junge Leute brauchen Ermutigung und, tja, es klingt altmodisch, die Vermittlung von Werten. Insofern denke ich, dass Mentoren, wenn sie ihre Aufgabe verantwortungsvoll übernehmen, ein echter Glücksfall für Kinder und Jugendliche sind. Gibt halt nur zu wenige.“ Insofern erfüllt der Film einen gesellschaftlichen Wunsch. Zugleich fordert er zur Nachahmung auf.

Lächeln, weinen, schlauer werden

Dabei spielt Anna Loos auch im übertragenen Sinn eine wichtige Rolle. Eine Botschaft funktioniert im Fernsehen nur dann, wenn sie glaubwürdig verkörpert wird. „Ich finde“, sagt Pfannenschmidt, „die Entscheidung für (und von) Anna Loos goldrichtig. Sie passt perfekt auf die Rolle, sie wirkt authentisch, warmherzig und kraftvoll – und sie ist eine Quoten-Königin.“

Pfannenschmidt weiß, dass er ein Massenpublikum zur besten Sendezeit nur dann erreicht, wenn er mit einem Stoff von gesellschaftlichem Anspruch auch Unterhaltung bietet: „Ich möchte das Publikum mit einem Lächeln zurücklassen, vielleicht mit ein paar Tränen, auf jeden Fall aber gut unterhalten und vielleicht auch ein bisschen schlauer als vorher.“

Jürgen Overkott

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