Alexander aus Herdecke in Hitzehölle verdurstet
25.07.2010 | 19:47 Uhr 2010-07-25T19:47:00+0200Cordoba.Eine verwilderte, gefährliche Bergregion. Steile Abhänge, Schluchten, still gelegte Steinbrüche. Ein felsiges Labyrinth aus Trampelpfaden, die plötzlich enden. Höllische Hitze von bis zu 40 Grad. Alles andere als eine geeignete Gegend, um mit einem Jungen einen Wanderurlaub zu verbringen. Das ist die Sierra del Castillo bei Córdoba, Spanien. Dort starb der fünfjährige Alexander aus Herdecke.
Nach Erkenntnissen der Gerichtsmediziner erlitt das Kind offenbar einen Kreislaufkollaps. Als Folge der großen Hitze und Wassermangels. Mehr sickerte am Wochenende nicht durch über den mysteriösen Todesfall des Kleinen in Südspanien. Der Ermittlungsrichter verhängte eine Nachrichtensperre. Die Zeitung „Dia de Cordoba“ berichtete, dass nun gegen die Mutter ermittelt werde. Wegen des Verdachtes, dass Fahrlässigkeit und Fehlverhalten zu dem Drama beigetragen haben.
Auch wird nicht ausgeschlossen, dass ein Unfall, etwa ein Sturz, der Tragödie vorausging. Man habe den Kleinen mit „Prellungen und Symptomen von Dehydration“ gefunden, berichtet die Polizei. In einer schwer zugänglichen Schlucht, an einem Abhang. Als die Retter, welche drei Tage in der Gegend nach dem Kind gesucht hatten, endlich eintrafen, war der Junge schon tot.
Die 40-jährige Mutter konnte bisher nichts zur Aufklärung beitragen. Sie liegt mit Schock im Hospital, redet wirr, kann sich an nichts erinnern.
Leere Wasserflaschen
Ein Sprecher der Polizei: „Mutter und Sohn wanderten durch die Bergregion. Und sie stürzten vermutlich in dem gefährlichen Gelände.“ Möglicherweise verletzte sich der Junge derart, dass er nicht weitergehen konnte. Die Frau ließ ihn offenbar im Schatten eines Busches zurück, um Hilfe zu holen. Neben seinem Körper lagen leere Wasserflaschen, die Rucksäcke von Mutter und Kind.
Die Polizei fragt sich, warum die Frau mit ihrem kleinen Sohn bei der Gluthitze durch diese unwegsame Gegend lief. Mutter und Kind waren mit dem Auto aus Deutschland gekommen, um in der Sierra del Castillo Wander- und Campingurlaub zu machen. Das Auto wurde mit einer Panne auf einem Forstweg gefunden. Zelt und Kleidung lagen im Kofferraum.
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