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Absolute Mehrheit

„Absolute Mehrheit“ zeigt, warum Stefan Raab nicht fürs Kanzlerduell taugt

18.02.2013 | 07:12 Uhr
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„Absolute Mehrheit“ zeigt, warum Stefan Raab nicht fürs Kanzlerduell taugt
Stefan Raab (Mitte) moderierte am Sonntag die zweite Ausgabe seiner Show "Absolute Mehrheit" - und empfahl sich nicht unbedingt für einen Job beim Kanzlerduell. Das Bild zeigt von rechts nach links die Vize-Generalsekretärin der CSU, Dorothee Bär, Yvonne Ploetz (Frauenpolitische Sprecherin Die Linke), Linda Teutenberg (Mitglied des Bundesvorstandes der FDP), Katja Dörner (Kinder- und Familienpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen) und den Musiker Olli Schulz.Foto: dpa

Essen.  In Umfragen hat Stefan Raab die absolute Mehrheit gegen sich. 61 Prozent der Deutschen wollen ihn nicht als Moderator des Kanzlerduells sehen. Dass sie richtig liegen, zeigte die zweite Ausgabe seiner Polit-Gameshow "Absolute Mehrheit" auf ProSieben.

So richtig trauen sie ihm immer noch nicht. Auch in der zweiten Ausgabe von „Absolute Mehrheit“ schickten die großen Parteien nur die zweite Garde in Stefan Raabs Polit-Talk. Und das wenige Tage, nachdem Edmund Stoiber den ProSieben-Mann als Wunschmoderator für das Kanzlerduell ins Gespräch gebracht hatte. Immerhin war mit Dorothee Bär (CSU), Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen), Linda Teuteberg (FDP) und Yvonne Ploetz (Die Linke) die Frauenquote erfüllt. Hinzu kam Musiker und Comedian Olli Schulz – als Mann aus dem Volk, vermutlich.

Die Zurückhaltung der Parteien ist berechtigt. Laut einer Emnid-Umfrage wollen 61 Prozent der Deutschen Raab nicht im Talk mit Merkel und Steinbrück sehen. Selbst in der angeblich Raab-affinen Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen sind knappe 51 Prozent dagegen. Vielleicht wäre auch Peer Steinbrück besser bei seiner ursprünglichen Ablehnung geblieben. Als geeigneter Polit-Talker empfahl sich Raab in der zweiten Folge von „Absolute Mehrheit“ wieder nicht.

Stefan Raab scheitert an der eigenen Lustlosigkeit

Das Problem war weniger mangelnde Kompetenz als Lustlosigkeit. Nach der 550. TV-Total-Wok-WM-Turmspring-Stockcar-Poker-Box-Sendung hat man den Eindruck, Raab wisse selbst nicht mehr so recht, in welcher seiner trostlosen Fließbandshows er eigentlich steckt. Mit starrem Teleprompterblick werden die Namen der Kandidatinnen abgelesen, dann dreht er sich gleich zu Beginn zur falschen Politikerin – ein kleiner, aber bezeichnender Patzer.

So ähnlich geht es weiter. „Ich hab mal ein bisschen rumgegoogelt“ sagt Raab und lehnt sich in seinem Sofa zurück. Es geht um Quoten, um Kitas, Statistiken und frauenfreundliche Unternehmen in Norwegen. Keine einfache Materie. Es sei denn, man hat vor der Sendung knallhart rumgegoogelt.

Schlechte Witze sollen „Absolute Mehrheit“ auflockern

Selbst die Witze, die „Absolute Mehrheit“ von den vermeintlich staubigen Talkshows des öffentlich-rechtlichen Fernsehen unterscheiden sollen, wirken wie zusammenhangslose Überbleibsel aus dem Gag-Ordner von TV Total: „Mit den 200.000 Euro, die es heute Abend zu gewinnen gibt, können Sie machen, was Sie wollen“, erzählt Raab. „Sie können zum Beispiel 100.000 Portionen Lasagne kaufen. Die sind gerade billig.“ Pause. „Erst wollte ich diesen Witz nicht machen – ich hatte Angst, mich zu vergaloppieren.“ Puh, ja.

Kein Vergleich allerdings zu den Zwischensequenzen, bei denen sich wohl selbst Mario Barth wegdrehen würde. „Absolute Mehrheit“-O-Ton zum Thema „Moral und Politik“: „Ein ordentlicher Politiker kriegte früher einen Schlaganfall im Puff, ging mit Dikatoren auf Safari und schwängerte beim Sommerfest die Sekretärin. Und heute: alles aalglatte Langweiler.“ Einblendung: drei Aale im Anzug. Apropos „Moral und Politik“: Bei Guttenberg, findet Raab, sei das Plagiat nicht das Problem gewesen. „Dass der eine Brille trug, obwohl er keine brauchte, das hat mich wirklich schockiert!“

Aus den Politikerinnen holt Stefan Raab bei „Absolute Mehrheit“ wenig heraus, was man nicht ahnte. Linda Teuteberg von der FDP ist für freien Wettbewerb, Yvonne Ploetz von der Linken mag keinen Mietwucher und Katja Dörner (Die Grünen) beklagt die Chauvis in der Politik. Immerhin überrascht CSU-Vize-Generalsekretärin Dorothee Bär mit einem Bekenntnis zur Frauenquote. Olli Schulz ist auch dafür, weil er zu viele Männer im Tourbus hat. Oder so.

 

Ingo Juknat

Kommentare
18.02.2013
19:33
„Absolute Mehrheit“ zeigt, warum Stefan Raab nicht fürs Kanzlerduell taugt
von 1980yann | #24

Raab moderiert "Absolute Mehrheit" anders als er "TV Total" moderiert - und genauso wird er auch das Duell anders (mit) moderieren. Zumal ich mal davon ausgehe, dass er sich darauf auch ganz anders vorbereiten kann und wird und das auch redaktionell ganz anders unterfüttert sein wird - da werden seine Fragen nicht mehr auf "gegoogletem" basieren.
Absolute Mehrheit ist eben auch Unterhaltungsformat und kann mit manchen öffentlich-rechtlichen Formaten inhaltlich nicht immer mithalten, aber die begnügen sich auch nicht nur mit harter Politik: Maischbergers Durcheinandersprech-Panoptikum, Plasbergs Baumarkt-Talk mit Sonja Kraus oder Günther Jauch, der sich mit Natascha Kampusch eindeutig auf den Boulevard begeben hat.

Raab ist Profi genug, um sich formatgerecht zu verhalten!

18.02.2013
18:18
Nixlos | #22
von schRuessler | #23

Natürlich hat Raab viel erreicht. Er ist einer der erfolgreichsten Fensehmenschen derzeit.

Aber man muss doch sehen, womit er Erfolg hat.

Mario Barth z.B. ist auch erfolgreich. Der füllt ganze Stadien. Warum nimmt man ihn nicht für das Kanzlerduell? Da würden bestimmt Leute zugucken, die die Sendung sonst nie ansehen würden.

Aber wollen wir das wirklich?
Wollen wir die Entertainisierung der Politik wirklich noch weiter treiben?
Reicht es nicht schon, dass wir die Wahlentscheidung davon abhängig machen, wieviel die Kandidaten z.B. für eine Flasche Wein ausgeben?

18.02.2013
17:33
„Absolute Mehrheit“ zeigt, warum Stefan Raab nicht fürs Kanzlerduell taugt
von Nixlos | #22

von Bumsfallera | #11
Das Raab zu Nix taugt stimmt ja nun wirlich nicht. Im Gegenteil, ich denke dass er ne Menge erreicht, mehr als der Eine oder Andere Kritiker hier. Warum wurde er erfolgreich? Weil das Publikum sein Zeug konsumiert hat und es immer nocht tut. Er ist so schlau dass zu erkennen und weiterzumachen.

18.02.2013
17:02
Diomedes | #20
von schRuessler | #21

Was hat das jetzt mit SPD zu tun?

SPD findet Raab doof, CDU findet ihn gut?
Würde mich wundern.

18.02.2013
15:06
„Absolute Mehrheit“ zeigt, warum Stefan Raab nicht fürs Kanzlerduell taugt
von Diomedes | #20

Komisch, dass Raab für seine letzte Sendung durchweg gute Kritiken erhält - ausser im SPD-Blättchen WAZ...

18.02.2013
14:56
„Absolute Mehrheit“ zeigt, warum Stefan Raab nicht fürs Kanzlerduell taugt
von blechschusster | #19

Entgegen jeder Kritik an seiner Person muss ich hier unserer Gesellschaft den Spiegel vorhalten.

Herrn Raab ist nur aufgrund allgemeinen Interesses seine gesellschaftliche Stellung ermöglicht worden!

Auf der einen Seite der Intellektuellen Oberschicht, die an seinen Auftritten verdient oder durch diese Ablenkung von ihren Machenschaften erfährt, fällt nicht wenig Mitverantwortung zu!

Auf der anderen Seite wurde den werktätigen eine Unterhaltungssparte offeriert die geistiges Niveau icht unbedingt befördert!

18.02.2013
14:38
„Absolute Mehrheit“ zeigt, warum Stefan Raab nicht fürs Kanzlerduell taugt
von vonschwind | #18

Pro 7 sollte diesen Politklamauk verschlüsseln und wer sich den schwachsinn anschauen will, sollte dafür 3 € extra bezahlen. Ob der Sender damit Reich wird ??.
Mahlzeit

1 Antwort
!?
von 1980yann | #18-1

Oder man überlässt einem Free-TV-Sender aufgrund seiner Sendelizenz einfach die Entscheidung und gestattet ihm, die Sendung einfach durch Werbung (und den Jackpot durch die Anrufer) zu finanzieren.
Durch eine Verschlüsselung dieser Sendung wird die Programmvielfalt ja auch nicht größer.

18.02.2013
14:02
„Absolute Mehrheit“ zeigt, warum Stefan Raab nicht fürs Kanzlerduell taugt
von kittekatze | #17

Jeder Politiker ist heutzutage bei Facebook und Twitter zu finden, um ja Schritt zu halten mit der "neuen, modernen" Welt, aber ein Raab, der endlich mal die TV Landschaft mit seinen Ideen und Sendungen bereichert hat und zumindest was das TV-Geschäft angeht, den Puls der Zeit erkennt, bekommt hier mal wieder den medialen Tritt in den Hintern. Als ob man durch so eine zerreissende Kritik sicherstellen wollte, dass er nun ja nicht ans Duell kommt.

1 Antwort
„Absolute Mehrheit“ zeigt, warum Stefan Raab nicht fürs Kanzlerduell taugt
von erwin7 | #17-1

Es geht mir total auf den Senkel das gemeint wird das Stefan raab der einzige sei der Junge leute erreiche. Und das ihn alle jungen Leute mögen würden. Ich bin selbst jung aber intelligent genug um mir den Raab-Müll in jeglicher Form nicht anzutun.

18.02.2013
14:01
Jakob Augstein den Edelinken und Mitbesitzer des Spiegelden ich absolut nicht mag schreibt in SPON über Raab:
von cui.bono | #16

"Stefan Raab macht den Eindruck eines größenwahnsinnigen, durchgeknallten ADHS-Teenagers mit eingebautem Amphetamin-Depot. Er macht also einen hervorragenden Eindruck. Für einen TV-Unterhalter. Raab gehört zu den zwei, drei wirklich genialen Fernseh-Figuren, die es in diesem Land gibt. Er ist lustig, er versteht etwas von Musik und er hat keine Angst. Das ist viel. Es gäbe eine Menge Menschen im Politikgeschäft, denen man solchen Mut und solchen Humor wünschen würde.

Das ist es dann aber auch schon, was das Politikgeschäft von Raab lernen kann. Ansonsten sollte er sich da raushalten."

Und da hat Augstein mal absolut Recht!!!!!

18.02.2013
13:42
„Absolute Mehrheit“ zeigt, warum Stefan Raab nicht fürs Kanzlerduell taugt
von Schorlemme | #15

Herr Raab wird einer von 4 Moderatoren. Und ich glaube kaum das er dort genauso wie Zb. in seiner Sendung "TV-Total" rumalbern wird.

Nur weil er bestimmte Sendungen moderiert ist er doch nicht automatisch dumm.

Selbst die konservative Welt findet es richtig das Raab mit moderiert und nennt das letzte Kanzlerduell "Bauerntheater". Schlimmer kann es also nicht werden.

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