Medien
60 Peitschenhiebe wegen Talkshow über Sex
26.10.2009 | 07:07 Uhr 2009-10-26T07:07:00+0100
Riad. Eine saudi-arabische Journalistin ist zu 60 Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie bei einem libanesischen TV-Sender arbeitete, bei dem offen über Sex gesprochen wurde. Durch ein Video im Internet-Portal "Youtube" wurden ultrakonservative Kreise in Saudi-Arabien aufmerksam.
Wegen ihrer Arbeit für einen libanesischen Fernsehsender, in dem offen über Sexualität gesprochen wurde, ist eine saudi-arabische Journalistin am Samstag zu 60 Peitschenhieben verurteilt worden. Rosana el Jami, die Teilzeit für den Sender LBC arbeitete, sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Richter in Dschiddah habe die ursprüngliche Anklage wegen direkter Mitwirkung an der fraglichen Sendung fallengelassen. Sie werde nicht in Berufung gehen, weil ihr dann womöglich eine noch schlimmere Strafe drohe. Ihre Verurteilung bezeichnete El Jami als "Strafe für alle Journalisten".
Die saudiarabischen Behörden hatten Anfang August angekündigt, dass sie das LBC-Büro in Dschiddah nach der von ihnen beanstandeten Fernseh-Talkshow geschlossen hätten. Dazu sagte die Journalistin, der Sender werde als "illegal" bezeichnet, aber erst kürzlich sei dort der saudi-arabische Informationsminister aufgetreten.
Verurteilung nach der Scharia
Am 7. Oktober hatte ein Strafgericht in Saudi-Arabien den Saudiaraber Masen Abdul Dschawad, der sich in der Talkshow über sein Liebesleben ausgebreitet hatte, zu fünf Jahren Gefängnis und 1000 Peitschenhieben verurteilt. Die Verurteilung erfolgte gemäß der Scharia, dem islamischen Recht, wegen "unmoralischen Verhaltens". Drei Freunde Dschawads, die ebenfalls an der Talkshow teilgenommen hatten, wurden zu jeweils zwei Jahren Haft und 300 Peitschenhieben verurteilt.
Dschawad hatte in der im Juli bei LBC ausgestrahlten Talkshow von seiner Wohnung in Dschiddah aus über seine sexuellen Eroberungen gesprochen. Das Video-Internetportal YouTube dokumentierte seinen Auftritt, dadurch wurden auch ultrakonservative Kreise im Königreich auf ihn aufmerksam. Ihre Proteste sorgten für Dschawads Verhaftung. Der Sender LBC wird von dem saudi-arabischen Milliardär Prinz El Walid ben Talal kontrolliert, zu dessen Medienimperium auch die Fernsehsender der Rotana-Gruppe gehören. (afp)
11:34
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
11:29
@21:
Bullshit. Aber bei so einem Thema reibste dir wieder die Hände?! Man hetzt doch wo man kann, nicht wahr?! ;-)
Kommentar #18 beschreibt es eigendlich am besten.
11:24
wie dumm, dass in vielen europäischen Ländern sowie in Amerika Peitschenhiebe sexualisiert werden und zum Lustgewinn genutzt werden. Perverse Saudis *Ironie off*
09:55
Kann Westerwelle nach Saudi Arabien reisen, oder drohen ihm auch Peitschenhiebe? Ja, wäre nicht das Öl, dann hätte es einen offiziellen Aufschrei gegeben. So schweigt man sich lieber aus.
08:32
War nicht das saudi-arabische Fernsehen zum 1. Jahrestag der Duisburger Moschee anwesend und hat sich erfreut über die Entwicklung berichtet?
Warum wohl?
Kann es sein, daß die Saudis Moscheen in Deutschland als Sprungbrett für die Einführung islamischen Rechts und islamischer Lebensweise ansehen?
03:35
@11 von neindankeichsehmichnurum, vor 9 Stunden
Darüber, was ich will, habe ich nichts geschrieben, ich habe eigentlich nur festgestellt.
mfg
03:17
@#5 von TheRealThomasS,
Wie kannst du schreiben “ In Konsequenz hat #2 recht ..“? Stehst du geistig über ihn?
Nur wer sich über einen anderen stellt oder gestellt wird kann so etwas schreiben.
00:28
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
00:13
Das Ding ist doch, dass man jetzt nicht sagen kann böser Islam, sondern differenzieren muss.
Die Form des Islam wie sie in Saudi-Arabien stattfindet wo ständig derartiges geschieht wie in obigem Artikel ist logischerweise völlig inakzeptabel.
Nehmen wir jetzt mal das aktuelle Beispiel: Da ist diese Frau im Libanon (muslimischer Staat) aufgetreten zu dem genannten Thema - das scheint da kein großes Problem gewesen zu sein. In der Türkei werden auch keinen Dieben die Hände abgehackt oder sonst was. Zeigt doch, dass die Lage in muslimisch geprägten Ländern stark differiert.
Ich würde die Situation in Deutschland auch nicht einfach mit Peru, Serbien oder Namibia vergleichen, obwohl in allen vier Ländern mehrheitlich Christen leben.
00:05
Ist der Kommentar Multi-Kulti-freundlich ??
Dann freut sich ja auch Claudia (Fatima) Roth von den GRÜNEN.
Und die Auspeitschung ist ja dann nur ein Kollateralschaden (also unvermeidlich...).
Wo bleibt eigentlich der Aufschrei der GRÜNEN Weltverbesserer und der GRÜNE Beifall für den Islam, der für eine moderene multikulturelle Gesellschaft ja so elementar ist ???