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Interview

Felicitas Woll: „Ich glaube, dass etwas Großartiges passiert“

20.01.2010 | 14:57 Uhr

Dortmund. Mit 17 entdeckt, mit Anfang 20 ein Star. Schauspielerin Felicitas Woll, die nach zweijähriger Auszeit einen Drehmarathon hinlegte, feiert am Mittwoch ihren 30. Geburtstag. Im Interview spricht sie über Glück, Filmprojekte, und den eigenen Reichtum.

Was finden Sie angebrachter: herzlichen Glückwunsch oder herzliches Beileid?

Felicitas Woll: Das ist so gemein! Absolut herzlichen Glückwunsch. Dreißig ist ein super Alter. Ich bin ja auch noch so jung geblieben, sag ich jetzt einfach mal so. Ich freue mich wie ein Itsch.

Wie ein was?

Felicitas Woll: Ein Itsch. Keine Ahnung, das hat meine Großmutter immer gesagt. Ich freue mich halt. Ich kann es nicht erklären, glaube aber, dass bald etwas Großartiges passiert.

Sie fahren in den Urlaub. Darf man fragen, wo es hingeht?

Felicitas Woll: Dürfen Sie, aber ich verrate es nicht. Einfach mal wieder den Rucksack packen und los. Keinen festen Tagesablauf, der mir vorschreibt wann Mittag oder Abend ist. Ich muss mich nicht nach dem Drehschluss richten. Das ist ein Gefühl von Freiheit, das ich sehr gut genießen kann. Ich kriege keine Ängste, nur weil ich mal nichts zu tun habe.

Über zu wenig Arbeit konnten Sie zuletzt nicht klagen...

Felicitas Woll: Das stimmt. Ich habe viel gedreht und hatte wenig Freizeit. Nach „Liebe Mauer“ habe ich in den letzten Monaten drei Filme gedreht, die alle 2010 zu sehen sein werden. Zuerst den ARD-Film „La Bréa – Mord in der Rue St. Lazare“. Das war echt super, wir haben sogar direkt vor dem Eiffelturm gedreht.

Dann ist da noch der Kinofilm „Vater Morgana“ mit Christian Ulmen, der im Herbst anlaufen soll.

Felicitas Woll: Ich kannte Ulmen nicht, war aber echt begeistert. Ein fantastischer Schauspieler. Es war insgesamt ein tolles Team, ein toller Regisseur. Der Film ist richtig gut geworden.

Bei „Voodoo für Anfänger“ haben Sie mit Simone Thomalla und Florentine Lahme gearbeitet. Auch alles super? Kein Zickenkrieg?

Felicitas Woll: Ich würde es sicher nicht erzählen, wenn es welchen gegeben hätte. Aber es gab echt keinen. Wir sind sehr unterschiedlich, aber bei allen Dreien ist die Intelligenz da. Der Film ist total witzig, ich freue mich schon sehr.

Vor diesem Drehmarathon war es länger ruhig um Sie.

Felicitas Woll: Ich hatte mich nach der Geburt meiner Tochter ganz bewusst für fast zwei Jahre zurückgezogen. Das war wichtig für mich, weil ich erstmal genießen wollte, Mutter zu sein. Jetzt habe ich wieder Lust zu arbeiten und mit der schönsten Sache Geld zu verdienen. Ich kann aber auch nichts anderes.

Sie wollten Krankenschwester werden, wurden dann mit 17 entdeckt, zum Star mit eigenen Fanclubs, dekoriert mit zig Filmpreisen. Sind Sie eingebildet?

Felicitas Woll: Es gibt Momente, in denen man denkt: Du musst mal wieder erdiger werden. Aber generell ist mir der Rummel eher selbst zu viel. Ich liebe den roten Teppich und Partys, aber das ist auch alles sehr oberflächlich. Man baut keine großen Freundschaften auf, zieht sich in sein Schneckenhäuschen zurück.

Sind Sie reich?

Felicitas Woll: Ich habe ein Haus, ein Grundstück und eine bildhübsche, wunderbare Tochter – ja, ich bin reich.

Jean-Luc Mette

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