„Faust“-Musical von Wilson und Grönemeyer

Berlin..  Der wohl bedeutendste deutsche Klassiker als Musical: Am Berliner Ensemble hat am Mittwochabend Goethes „Faust I und II“ mit Musik und Liedern von Herbert Grönemeyer Premiere gefeiert. Regie bei dem außergewöhnlichen Musiktheaterprojekt führte der texanische Regisseur Robert Wilson.

Der US-Amerikaner hatte zuvor angekündigt, er wolle „keinen schweren ,Faust’“. Und so boten Grönemeyer und Wilson eine meist kurzweilige, witzige Interpretation - die allerdings eher als „Faust light“ zu bezeichnen wäre, wollte man strenge Maßstäbe anlegen. Nach mehr als vier Stunden jedenfalls hatte das Publikum bei der Premiere noch nicht genug und fordert vehement Zugaben. Musikalisch und stilistisch war die„Faust“-Neuinterpretation unglaublich vielfältig und sehr kurzweilig.

Vor zwölf Jahren hatten Wilson und Grönemeyer eine gefeierte Produktion von „Leonce und Lena“ mit Nina Hoss in der weiblichen Hauptrolle auf die Bühne gebracht. Der „Faust“ ist zupackender, erdiger und mit einer großzügigen Portion Ironie ausgestattet.