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Neues Museum in Xanten

Ewig währt am längsten

12.08.2008 | 18:04 Uhr
Ewig währt am längsten

Xanten. Wie in guten alten Zeiten machen sich die Römer bald wieder im Land breit. Mit Widerstand ist nicht zu rechnen, da hier keine unbeugsamen Gallier namens Asterix und Obelix den Eindringlingen Paroli bieten.

So können die Legionäre und Togaträger ungestört Feste feiern und ihre Anlagen ausbauen: In Haltern werden Ende August „Brot und Spiele” geboten, in Xanten eröffnet ein neues Museum.

Den Namen der Stadt Colonia Ulpia Traiana sucht man heute auf Verkehrsschildern vergeblich. Kein Wunder, wurde sie doch im 3. Jahrhundert von den Franken überrannt und zerstört. In ihrer Blütezeit jedoch, etwa ein Jahrhundert nach der Zeitenwende, bevölkerten rund 10 000 Menschen die damalige Metropole. Und sie haben bis heute ihre Spuren hinterlassen. Die repräsentative Stadtmauer, der Tempel oder das Amphitheater sind mehr als bloße Kulisse. Die Bauwerke entstanden im originalen Maßstab am ursprünglichen Standort – und die Forscher arbeiten weiter daran, die Römerzeit in Xanten wieder zum Leben zu erwecken. Zum Beispiel in einem neuen Museum auf dem Gelände des Archäologischen Parks.

Am 16. und 17. August wird das Römermuseum mit einem Familienfest eröffnet. Drei Jahre lang wurde auf dem Gelände der zerstörten Colonia Ulpia Traiana gebaut. Nun erhebt sich ein Gebäude aus Stahl und Glas 20 Meter in die Luft – Kosten: 22,5 Millionen Euro. Auch wenn das Gebäude durch die Materialien modern anmutet, trägt es doch antike Architektur in die Gegenwart: Größe und Gestalt entsprechen der Basilika Thermarum, die an gleicher Stelle stand.

Im Inneren können sich die Besucher auf einen chronologischen Rundgang durch die ereignisreiche römische Geschichte Xantens begeben. Sie treffen auf die ersten Legionäre, werden Zeugen des Aufstiegs und Niedergangs der Stadt und können mehr als 2500 Exponate besichtigen. Das beeindruckendste Ausstellungsstück: In zwölf Metern Höhe schweben die Überreste eines römischen Schiffs.

Info
Feste und Fakten

Römermuseum im Archäologischen Park Xanten (Siegfriedstr. 39). Eröffnung am 16. & 17.8. mit einem Familienfest, Sa. 11-18 Uhr, So. 10-18 Uhr. Eintritt am Sa. frei. Sonst: Erw. 5 € (mit Park 9 €), Kinder und Jugendl. 2,50 € (mit Park 4,50 €). Ab 18.8. tägl. geöffnet von 9-18 Uhr.  02801 / 71 20, www.apx.lvr.de

Römertage im Römermuseum Haltern (Weseler Str. 100). 30. & 31.8., Sa. 11-19 Uhr, So. 10-18 Uhr. Eintritt: 4 €, erm. 2,50 €,  0251 / 590 72 67, www.lwl-archaeologie.de

- Die Stadt Rom wurde im 8. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Die Expansion begann etwa 400 Jahre später.

- Unter Kaiser Trajan erreichte das Römische Reich seine größte Ausdehnung und erstreckte sich rund um das Mittelmeer, das Schwarze Meer bis nach Britannien.

- Kaiser Trajan war es auch, der der Siedlung südlich der heutigen Stadt Xanten im 1. Jahrhundert seinen Namen und die Rechte einer Colonia verlieh.

Am Eröffnungswochenende wird den Besuchern im und um das Museum herum ein besonderes Programm geboten. Verschiedene Generationen von Legionären rücken an, auf rekonstruierten Instrumenten wird musiziert. Und bei einer Flugschau sind Adler zu sehen, die in der römischen Symbolik eine große Rolle spielten.

Zwei Wochen später, am 30. und 31. August, übernehmen die Römer in Haltern das Kommando. Auf dem Gelände des historischen Truppenlagers bekommt das Volk, was es sich wünscht: „Brot und Spiele”. Das beschwerliche Leben der Soldaten wird so authentisch wie möglich nachgestellt. Neben Exerzierübungen wird auch die alltägliche Arbeit der Legionäre gezeigt. Das Römermuseum hat aber auch einige Germanen-Gruppen eingeladen, denn schließlich wurde vor 2000 Jahren an der Lippe auch viel gekämpft.

Wenn die Waffen ruhen, geben die „Barbaren” Einblicke in das Spinnen und Weben, die Holz- und Lederverarbeitung sowie den Umgang mit Pfeil und Bogen. Kleine Feldherren und -frauen können spielen, basteln, Münzen prägen und Rüstungen anprobieren.

Das antike Treiben in Haltern umfasst auch ein authentisches Küchenzelt, in dem römische Speisen und Getränke angeboten werden. Aber keine Angst, lieber Asterix, eines gibt es sicher nicht: Zaubertrank.

Zlatan Alihodzic

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