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Eric Clapton spielt in Oberhausen wie ein Sonnengott

16.06.2013 | 18:28 Uhr
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Eric Clapton spielt in Oberhausen wie ein Sonnengott
Seit 50 Jahren auf der Bühne: Eric Clapton vor etwa 10.000 Fans in der Arena in Oberhausen.Foto: Stephan Eickershoff

Oberhausen.   Eric Clapton spielt nach einem Bandscheibenvorfall und zwei ausgefallenen Konzerten in der beinahe ausverkauften Arena von Oberhausen. Und er zeigt, dass der Blues noch sehr lebendig ist. Vom neuen „Old Sock“-Album spielt er nur einen Titel.

Dafür, dass er gerade erst zwei Konzerte wegen eines Bandscheibenvorfalls abgesagt hat, zeigt Eric Clapton sich bei seinem Auftritt am Freitag in der Oberhausener Arena fast beängstigend beweglich. Mit der Gitarre im Arm lehnt er sich manchmal so weit zurück, dass man als Zuschauer zu bangen beginnt, ob da nicht gelegentlich der Verstand aussetzt. Man kennt ja diese bejahrten Gitarristen, die nur noch die Klänge fühlen – und nicht mehr ihren Rücken.

Aber Clapton hält souverän durch, schenkt dem Publikum an diesem Abend ein großes Konzert. Hier ist keine „alte Socke“ am Werk, wie der Titel seines mäßigen letzten Albums glauben machen will, von dem er hier nur einen Song spielt. Dafür gräbt sich hier einer mit seinen wechselnden Gitarren quer durch ein ganzes Lebenswerk. Schon bei „Tell the Truth“, dem dritten Titel des Abends, ist er bei seiner alten Tarngruppe Derek and the Dominos angekommen. Später geht es mit „Badge“ noch weiter zurück bis zu den Zeiten von Cream.

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Auf dem Höhepunkt einer dieser frühen Kracher scheint in der Halle plötzlich die Sonne aufzugehen: Scheinwerfer entflammen und blenden das Publikum, das sich jedoch sicher sein darf, dass irgendwo in diesem Inferno ihr Sonnengott Clapton weiter segensreich tätig ist. Er wird dabei von exquisiten Musikern begleitet: Chris Stainton zeigt die Grenzenlosigkeit des Keyboards; Paul Carrack („Mike & the Mechanics“) darf selbst zwei Lieder singen; und der formidable Greg Leisz lässt mit der Sehnsucht, die aus seiner Steel-Guitar quillt, die Halle abheben.

Jeder Griff in Großaufnahme

Was Claptons Hände betrifft, ist man hier und heute bestens versorgt. Er braucht sich nur gerade in ein Solo gestürzt zu haben, schon transportieren die Videokameras jeden Griff in Großaufnahme auf zwei große Leinwände oder direkt an die kuppelartige Decke der Arena. Seht her, ein Virtuose, wollen uns diese Bilder sagen, einer, den sie seines Gitarrenspiels wegen einmal „Gott“ genannt haben.

Dieser Gott aber hat den besten Teil des Abends noch vor sich. Je intensiver er mit seiner alten Liebe, dem Blues schäkert, umso zufriedener wirkt Clapton. Einen Dreier-Block hat er dabei für sein Vorbild Robert Johnson reserviert, von dem schon Cream „Crossroads“ gespielt haben und die Stones „Love in Vain“. Bei diesem Song strömt auch Clapton reinste Verzückung aus. Und irgendwie glaubt man, dass da auf der Bühne ein Mensch und eine Gitarre tatsächlich verschmelzen.

Arnold Hohmann

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