Erfolgreiches Museum ringt nach Luft

Hagen..  Der aktuelle Erfolg raubt dem Osthaus-Museum in Hagen die Luft: Weil die Ausstellung „Lebenslinien“ von Friedensreich Hundertwasser so erfolgreich ist und solche Massen an Besuchern anzieht, wie man sie sonst nicht gewohnt ist, musste bei der Belüftung nachgebessert werden, einige Bilder mussten zudem umgehängt werden. Sonst wäre bisweilen der Sauerstoff zu knapp und die Luftfeuchtigkeit zu hoch geworden. Mit den Maßnahmen kann die Ausstellung nun ohne Abstriche bis Pfingstmontag, 25. Mai, verlängert werden.

Prozess wegen Klimaanlage

Schwierigkeiten mit der Klimaanlage hat das Hagener Kunstquartier, zu dem auch noch das Emil-Schumacher-Museum gehört, schon seit Jahren. Man prozessiert deswegen auch längst. Je nach Temperaturen und Feuchtigkeitswerten draußen steigt innen der CO2-Wert in unzulässige Höhen. Deshalb hat man für eine Zusatzbelüftung mit neuen Luftschächten gesorgt, die vom Dach des benachbarten Schumacher-Museums ins Osthaus-Museum führen. Zudem wurden die Gemälde in Gebäudeteilen mit niedrigen Decken ausgedünnt, damit die Besucher sich dort nicht zu sehr drängeln.

Gestern wurde die 55 555. Besucherin begrüßt, allein an Himmelfahrt kamen 860 Interessierte. „Sauerstoffgehalt, Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden mehrmals täglich kontrolliert“, so Kulturdezernent Thomas Huyeng. Nicht nur wegen der Besucher, sondern auch wegen der Kunstwerke, die sonst Schaden nehmen könnten. Vor etwa sechs Wochen habe es erstmals kritische Werte im Inneren des Museums gegeben. Aber bis auf zwei ältere Damen mit Kreislaufschwierigkeiten sei es bislang noch nicht zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen gekommen.