Entscheidung über WestLB-Kunst rückt näher

Düsseldorf..  Ein Runder Tisch mit Politikern, Managern und Kunstexperten berät am Montag erneut über die millionenschwere Kunstsammlung der ehemaligen WestLB. Die WestLB-Nachfolgegesellschaft Portigon muss im Zuge der Abwicklung der zerschlagenen Landesbank die Sammlung aus 380 Kunstwerken und drei Streichinstrumenten veräußern. Der Verkauf der Kunst aus einem landeseigenen Unternehmen hatte einen Proteststurm von Museen und Kultureinrichtungen ausgelöst. Es wird erwartet, dass der Runde Tisch eine Lösung zur Rettung der Sammlung für Nordrhein-Westfalen findet.

Werke von Macke, Uecker, Picasso

Eingeladen sind unter anderem Portigon-Vorstand Kai Wilhelm Franzmeyer, Manager von Westspiel und WestLotto, NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD), Kulturexperten des Landtags, Kulturstiftungen und Museumschefs.

Zur WestLB-Sammlung gehören neben Werken von August Macke, Günther Uecker oder Pablo Picasso auch wertvolle Musikinstrumente wie die Stradivari „Lady Inchiquin“. Der Versicherungswert der Werke liegt bei rund 28 Millionen Euro. Portigon erklärte, die Objekte nur zu Marktpreisen veräußern zu dürfen.

Bei der ersten Sitzung des Runden Tisches im Februar wurde vereinbart, Stiftungsmodelle zur Sicherung der Sammlung zu entwickeln. Auch Privatinvestoren sollen mit ins Boot geholt werden. Eine faktische Ausfuhrsperre schränkt die Verkäuflichkeit der wertvollsten Werke allerdings ein: Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) will die Musikinstrumente und neun Kunstwerke in das Verzeichnis national wertvollen Kulturguts aufnehmen lassen. Weitere 60 Werke will sie prüfen lassen.

Im vergangenen Herbst hatte der zum Land NRW gehörende Casino-Betreiber Westspiel zwei Siebdrucke von Andy Warhol für rund 121 Millionen Euro versteigern lassen.