Enno Bunger allein am Klavier in der Zeche Carl

Konzert von Enno Bunger in der Zeche Carl in Essen.
Konzert von Enno Bunger in der Zeche Carl in Essen.
Foto: Socrates Tassos/FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
"Gloria" von Moderator Klaas Heufer-Umlauf adaptierte mal einen Song von ihm: Enno Bunger. Mit sanften Pianoklängen gastierte er in der Zeche Carl.

Essen.. „Wenn man die Augen zumacht, klingt der Regen wie Applaus.“ Mit dieser melancholischen Liedzeile wurde Enno Bunger auch bei denen bekannt, die bis dahin noch nie das Gesicht des bärtigen, rothaarigen Ostfriesen gesehen hatten. Die Band „Gloria“ von Moderator Klaas Heufer-Umlauf und „Wir sind Helden“-Musiker Mark Tavassol, adaptierten den Song für ihr erstes Album. Dieses Lied, so bemerkten auch die Kritiker, hob sich erfreulich ab. Am Freitag gab der Mann hinter dem sanften Piano-Pop ein eigenes Konzert in der Zeche Carl in Essen: Enno Bunger.

„Regen“ spielt er natürlich auch dort. Doch von der Traurigkeit seiner ersten Platte „Wir sind vorbei“, mit der er eine Trennung verarbeitete, ist kaum noch etwas zu spüren. Bunger kann mehr als „nur“ melancholisch-melodische Lieder singen. Mit seinem dritten und aktuellen Album „Flüssiges Glück“ hat er das bereits bewiesen. Nun wechseln sich auch auf der Bühne die Balladen ab mit Elektronischen Beats, wie bei „Neonlicht“. Das macht auch ein Bunger-Konzert tanzbar.

Enno Bunger allein an einem Klavier – wie er sich einst als Barpianist sein Geld verdiente –, hätte mehr Gänsehautgefühl erzeugt. Ein Lied geht aber auch an diesem Abend sehr unter die Haut. Es ist, so sagt der Singer-Songwriter selbst, das wichtigste in seinem Programm: „Wo bleiben die Beschwerden?“ handelt von Vorurteilen, rechten Gedanken und Gewalt, bei dem die Instrumente wie Schüsse und Schritte im Gleichschritt klingen. Enno Bunger singt nicht mehr, er ruft: „Wir können etwas dafür, wenn wir nichts dagegen tun.“ Applaus!