Engelsstimmen aus Capetown - "African Angels" jetzt in NRW

Szene aus der Show der „African Angels“.
Szene aus der Show der „African Angels“.
Foto: BB-Promotions
Was wir bereits wissen
Ob Gospel oder Puccini, diese Truppe kann (fast) alles: Jetzt kommt die Capetown Opera mit 18 Stimmakrobaten nach NRW. Man darf gespannt sein.

Düsseldorf.. Sie singen wie Engel. Und begeistern ihr Publikum in Europa mit ungewöhnlich frischen Arrangements. Ihre Spezialität sind nicht nur berühmte Gospels, wie „Oh Happy Day“, oder afrikanische Folksongs. Die 18 Stimmakrobaten, im Hauptberuf im Chor des Opernhauses von Kapstadt, lieben auch die großen Schlager von Verdi und Puccini. „Der Gefangenenchor aus Verdis Nabucco ist einer unserer Favoriten“, erzählt Thando Mpushe. Er gehört neben seinen 17 Kollegen zu den „African Angels“, die am 8. April erstmals in der Düsseldorfer Tonhalle auftreten werden.

Gut einen Monat vor dem Termin gaben vier der Chorsolisten vom Kap eine Kostprobe ihres Könnens. Kein Zufall der Ort: Das Restaurant „Capetown“ in Düsseldorf-Bilk. Ebenso wie die Küche mit einem Mix aus europäischen Gambas und afrikanischen Früchten und Gewürzen überrascht, fällt auch das bunt gemischte Show-Programm aus. Wie selbstverständlich setzen sie anfangs ihre dehnbaren Stimmbänder in einem Opernchor von Johann Strauss’ „Fledermaus“ oder Verdis „Traviata“ ein, switchen über in swingende Gospel-Ohrwürmer und landen bei südafrikanischen Party-Liedern, wie immer noch der Nummer Eins, „Pata Pata“.

Von „Fledermaus“ bis Party-Song

Leuchtende Soprane, samtig-dunkle und warme Altstimmen hier, vibrierende Tenöre und sonore Bass-Stimmen dort. Die Künstler der Capetown Opera sind in allen Stilen zu Hause. Und verfügen über so gut trainierte Stimmen, dass sie zwar einen Vertrag als Chorsänger haben, aber genauso sicher in Arien aus Verdis „Traviata“ oder Puccinis „Bohème“ auftreten und in diesen Rollen auch häufig engagiert werden. Für Opernchor-Sänger in Europa ist das nur in Ausnahmefällen möglich.

Chor „Die meisten von uns beginnen im Chor, in der Schule oder Kirchengemeinde“, berichtet Ernestine Stuurman. Die aparte Sopranistin war bis zu ihrem 17. Lebensjahr aber begeisterte Leichtathletin und kam durch eine Gelenk-Verletzung zur Oper. Eine Lehrerin der Hochschule von Kapstadt entdeckte ihr Talent. Seitdem liebt sie italienische Oper, aber auch Mozart. „Folksongs gehen aber tiefer. Hier weiß ich, von was ich singe“, lächelt sie. Die drei Kollegen nicken zustimmend.

Mit ihrem Gala-Programm in Roben in strahlenden Farben wollen sie überwiegend unterhalten und ihr Publikum mitreißen, sagen sie. Politisch wollen sie nicht sein. In ihrer Jugend war die Apartheid zwar nicht komplett überwunden, so die Altistin Pumza Mxinwa. Aber für Trauer und Protest-Lieder sei in ihrer Show kein Platz. Stattdessen dominieren zündende Lieder des Afro-Pop und international bekannte Gospel-Gesänge.