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Engelbert: Regent im Reich der Romantik

14.07.2010 | 12:23 Uhr
Engelbert: Regent im Reich der Romantik

Als „King of Romance” erhöhte Engelbert einst auch in Deutschland auf breiter Front die Herzfrequenz der Damenwelt. Nun kehrt der britische Balladenkönig zu seinen deutschen Fans zurück. Am 13.8. kommt Engelbert mit seinen Hits im Gepäck nach Dortmund.

Begonnen hat der inzwischen 74-Jährige seine Karriere in den 50er Jahren als Arnold George Dorsey. Sein bürgerlicher Name brachte dem in Indien geborenen Sohn eines britischen Offiziers im Musikgeschäft allerdings kein Glück. Seine Stunde kam, als sich 1967 mit Gordon Mills schließlich jener Manager seiner Karriere annahm, der zuvor schon Tom Jones zum Superstar gemacht hatte. Mills erste Amtshandlung: Er verpasste dem erfolglosen Sänger ein Pseudonym, das man wohl getrost als kurios bezeichnen darf: Engelbert Humperdinck.

Entliehen vom 1921 verstorbenen Komponisten der Oper „Hänsel und Gretel”, sollte der ungewöhnliche deutsche Name dem Sänger eine Aura von Mystik und Romantik verleihen. Die Erben des echten Engelbert Humperdinck fanden das freilich gar nicht romantisch und untersagten zumindest die Nutzung des Nachnamens in Deutschland. Ein Namenswechsel allein macht freilich noch keinen Star – was es brauchte, war ein Song zum romantischen Image. Manager Mills fand ihn in der alten Country-Nummer „Release Me”, die er zuvor schon Tom Jones singen lassen wollte. Dass der auf sein maskulines Image bedachte „Tiger von Wales” den Song als zu „unmännlich” ablehnte, war Engelberts Glück. „Release Me” wurde sein erster Hit, ein Welterfolg, der bis heute in keinem Live-Programm des „King of Romance” fehlen darf.

Es folgten weitere Evergreens wie „The Last Waltz” oder „There Goes My Everything”, die dem Mann aus einfachen Verhältnissen ein Leben in Luxus bescherten. Auch als sich seine Singles nicht mehr in den Charts platzieren konnten, blieb Engelbert ein Star und füllte bei seinen Engagements in Las Vegas stets die größten Säle. Auch privat blieb dem vierfachen Vater das Glück stets hold. Seine Ehe hält seit 46 Jahren – daran konnten auch zahlreiche Vaterschaftsklagen nichts ändern.

Mit Deutschland, in das er im August nun wieder einmal zurückkehrt, verbindet den Sänger nicht nur wegen seines angenommenen Namens eine besondere Beziehung. In den 80er Jahren arbeitete Engelbert etwa mit Schlagerproduzent Horst Nußbaum alias Jack White zusammen, was der Popularität des seinerzeitigen Schnurrbartträgers hierzulande einen kräftigen Schub verlieh. 1994 ist es Party-King James Last, der mit dem Weltstar eine Weihnachtsplatte produziert. Und sogar Dieter Bohlen sollte schließlich mit dem „King of Romance” gemeinsame Sache machen: Engelberts Version des Modern-Talking-Hits „You're My Heart, You're My Soul” wurde jedoch nicht zu einem Meilenstein in seiner Karriere.

Die wahren Hits des Mannes mit dem wohl ungewöhnlichsten Künstlernamen im Musikgeschäft können seine Fans nun in Dortmund erleben – beim einzigen Deutschlandkonzert seiner Europa-Tournee. Engelbert verspricht eine Performance in Top-Form, 15 Kilo hat er dafür eigens abgenommen. Und natürlich – dies bereits vor einigen Jahren – seinen Schnurrbart. Schließlich will er seinem Ruf als Romantik-König ja auch heute noch gerecht werden...

Engelbert live: 13.8. Dortmund (Westfalenhalle). Karten von 50-80 € gibt's unter 01805/280123 sowie www.DerWesten.de/tickets

Stefan Moutty

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