Engel wachen über einen Traum von Zirkusabend
19.10.2012 | 18:21 Uhr 2012-10-19T18:21:00+0200
Düsseldorf. Der Cirque du Soleil hat mal als kleines kanadisches Unternehmen begonnen. Der Versuch, Zirkusartistik mit einem Handlungsrahmen zu versehen, funktionierte weltweit. Mehrere Shows touren heute parallel durch die Welt, in Düsseldorf ist jetzt einen Monat lang „Corteo“ zu sehen.
Der Abend beginnt mit einem Totenbett, aber es wird auf der Bühne dann doch noch sehr lebendig. Nichts anderes sollte man erwarten, wenn ein Clown von seinem Ableben träumt und all sie zahlreichen Artistenfreunde von ihm Abschied nehmen wollen. „Corteo“, das ist der italienische Begriff für eine fröhliche Prozession. Und so lautet auch der Titel des Programms, dessen Rahmen und Atmosphäre sich der Autor und Regisseur Daniele Finzi Pasca ausgedacht und das der Cirque du Soleil seit Donnerstag in Düsseldorf präsentiert. Obwohl schon seit sieben Jahren auf Tour, erlebt „Corteo“ am Rhein nun seine deutsche Erstaufführung.
All die herumfliegenden Artisten
Es wird ein Abend der Verzauberung, schwebend fast mit all den umherfliegenden Artisten. Voll von Erinnerungen an eine vergangene Zirkustradition, als alle Künstler noch wie eine große Familie waren. Die verschwenderischen Kostüme sind einer vergangenen mediterranen Epoche nachempfunden, Damen und Herren bleiben meist vornehm hochgeschlossen, wenn sie ihre erstaunliche Virtuosität an Kronleuchtern, auf Hochseilen oder in riesigen Rädern (fachlich „Cyr Wheels“ geheißen) absolvieren. Und über allem wachen Engel, die lautlos und unermüdlich am Bühnenhimmel kreisen.
Insgesamt 13 Nummern weist das Programm aus. Man kann sie jedoch kaum zählen, so sehr gleitet hier alles ineinander. Es beginnt mit als Betten getarnten Trampolinen und endet mit einem Mann, der Erstaunliches mit seiner unbefestigten Leiter anstellt. Dazwischen wird eine verrückte Version von „Romeo und Julia“ mit kleinwüchsigen Hauptdarstellern geprobt und schrauben sich Männer von einer Wippe aus immer höher in die Luft. Und wie da interagiert wird auf der Bühne, nährt das ein Gefühl von angenehmer Wärme.
0mitdiskutieren