Elvis lebt – Museum in Gronau zeigt Gelsenkirchener Sammlung

Auch Gitarren, auf denen Elvis selbst gespielt hat, sind in der Ausstellung zu sehen.
Auch Gitarren, auf denen Elvis selbst gespielt hat, sind in der Ausstellung zu sehen.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
Der Gelsenkirchener Andreas Schroer hat zusammen mit anderen Sammlern die größte Elvis-Kollektion jenseits der USA zusammengetragen. Er zeigt nun Sonnenbrillen und Gitarren, Armeehemd und Baseball-Ausrüstung des King im Rock’n’Popmuseum: „Elvis Presley – from Graceland to Gronau“.

Gronau.. Seit jenem 16. August 1977, an dem der Herzschlag von Elvis Aron Presley aussetzte, scheint er mit jedem Tag mehr zu leben als je zuvor. Längst ist er in den Rang einer amerikanischen Ikone aufgestiegen, und einen Elvis-Kalender für das Jahr 2014 gibt es natürlich auch wieder. Aber da sind eben auch noch Heerscharen von Menschen, die Elvis bis heute ihr halbes Leben widmen.

Am 1. Februar 2014 steigt in Barcelona die „79. Birthday Show“ für Elvis und im April rockt dann im oberpfälzischen Kurort Bischofsgrün ein dreitägiges „Elvis-Weekend“. Die deutsche Elvis-Presley-Gesellschaft mit Sitz in Bonn verschickt alle zwei Monate ihr Mitgliedermagazin „Graceland“ an mehr als 1600 Adressen, und das gleichnamige Anwesen in Memphis/Tennessee, auf dessen Gelände auch das Grab von Elvis zu finden ist, hat Jahr für Jahr 600.000 Besucher.

Bühnenkostüme sind zu teuer

Der anhaltende Elvis-Kult, an dem inzwischen auch viele der neuen Reichen in Asien ihr Vergnügen haben, sorgt dafür, dass verschwitzte, abgelegte Bühnenkostüme des Kings, die vor den Motten in Sicherheit gebracht werden konnten, heute mit Summen zwischen 100.000 und 120.000 Euro gehandelt werden. Da wird es dann selbst für einen Fan aus der vordersten Reihe wie Andreas Schroer zu viel: „Das sind Sachen, die ich mir nicht leisten kann“, sagt der Medizintechniker.

Und doch hat der Gelsenkirchener zusammen mit zwei weiteren eingefleischten Sammlern die größte Elvis-Kollektion jenseits der USA zusammengetragen, vielleicht sogar die größte der Welt, so genau weiß das nun mal keiner.

Bis zum Sommer letzten Jahres betrieb Andreas Schroer (48) mit Kompagnons ein Elvis-Museum in der Düsseldorfer Altstadt. Doch dann gab es Schwierigkeiten mit der Immobilie, und nun hat die zwischenzeitlich obdachlose Sammlung für ein paar Monate Unterschlupf im Rock’n’Pop-Museum gefunden, wo eine Ausstellung mit dem griffigen Titel „Von Graceland nach Gronau“ fast 200 Elvis-Andenken präsentiert, von der halbmeterbreiten Plastik-Sonnenbrille für die Bühne bis zum feuerroten Fahrrad, auf dem der kleine Elvis wahrscheinlich seine erste Freundin besucht hat – er bekam es, als er 13 war, und ließ es dann mit 18 stehen; aber sein Onkel hob es auf und machte damit Kasse, als Elvis zu Ruhm gekommen war.

Hinter Glas sind da in Gronau auch die Ehren-Sheriff-Sterne, die Elvis auf der Bühne trug oder einer seiner nietenbesetzten Einteiler, mit denen er in den 70er-Jahren von Bühne zu Bühne zog. Von den fünf Gitarren hat Elvis zwei selbst gespielt, die schwarze Isana hatte er sich genauso am Beginn seiner GI-Zeit in Deutschland gekauft wie den dazugehörigen Dynacord-Verstärker, zwecks „Home-Recording“ im Wohnzimmer.

Und das riesengroße Sure-Mikrophon? Da hat Elvis 1956 bei einem Auftritt in der Long Beach Arena von Los Angeles hineingesungen, und das Mädchen, das dem Hallenwart damals so lange auf den Geist gegangen ist, bis er endlich das Mikro rausgerückt hat, war damals erst 12 – vor einem Jahr hat sie dann ihren Schatz an Andreas Schroer in Gelsenkirchen verkauft.

Bald wieder Elvis-Museum in Düsseldorf

Dabei ist dem Mann, der bis heute gern Tolle trägt und vorzugsweise Rockabilly hört, die Geschichte nicht selten so wichtig wie der Kauf. Als er 1989 auf einem Flohmarkt eine „Bravo“ von 1959 fand, waren darin die Gewinner einer wohltätigen „Tombola der Stars“ aufgelistet, für die auch Elvis gespendet hatte. Wer das graue Hemd mit dem roten Kragen von Elvis gewonnen hatte, stand auch in der Liste.

Schroer machte den Mann ausfindig, reiste hin – und stellte fest, dass das Hemd noch genau so verpackt war, wie es die „Bravo“ damals losgeschickt hatte: „Der Mann hatte eine Postkarte abgeschickt, weil seine Schwester gern den Petticoat von Catarina Valente gewonnen hätte – und war ganz bedröppelt, dass er nur das Hemd von Elvis bekam.“

Jetzt hängt es in Gronau, in der Vitrine. Und bald vielleicht wieder in Düsseldorf. Andreas Schroer und seine Mitsammler sind gerade dabei, sich eine Immobilie in der Landeshauptstadt zu sichern. Dort soll es dann bald wieder ein Elvis-Museum geben.

Die Ausstellung

  • „Elvis Presley – from Graceland to Gronau. Das Düsseldorfer Elvis-Museum zu Gast“
  • Rock’n’Popmuseum, Udo-Lindenberg-Platz 1, 48599 Gronau (direkt am Bahnhof)
  • Bis 30. März. Mi-So 10-18 Uhr
  • Eintritt: Erw. 7,50 Euro, erm. 5 Euro. Familien: 16 Euro
  • www.rock-popmuseum.com