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Einigung mit Anwohnern - Wacken-Open-Air darf weiter rocken

24.01.2013 | 16:58 Uhr
Einigung mit Anwohnern - Wacken-Open-Air darf weiter rocken
Heavy-Metal-Festival Wacken Open Air darf weiter rocken.Foto: dapd

Wacken.   Für die einen ist es Hochgenuss, für die anderen einfach nur Lärm: das Heavy-Metal-Spektakel Wacken Open Air. Anwohner klagten, doch jetzt gibt es einen Kompromiss: Wenn es im August wieder zu laut werden sollte, wollen die Veranstalter eine Buße zahlen, für soziale Zwecke.

Wackens Wiesen wummern weiter im Takt des Heavy-Metal. Die Veranstalter des weltgrößten Heavy-Metal-Festivals in dem kleinen schleswig-holsteinischen Örtchen bei Itzehoe können ihre Lautsprecher bei den allsommerlichen Konzerten weiter aufdrehen.

Die Klage von Anwohnern vor dem Verwaltungsgericht Schleswig wegen der Lautstärke des Festivals ist vom Tisch, wie Rechtsanwalt Jens-Ulrich Kannieß am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Der Vertreter der Kläger und die Veranstalter einigten sich außergerichtlich.

Lautstärke eines laufenden Rasenmähers

"Wenn der Geräuschpegel von 70 Dezibel im Mittel überschritten wird, zahlt der Veranstalter künftig 1000 Euro an die Gemeinde", sagte Kannieß. 70 Dezibel entsprächen der Lautstärke eines laufenden Rasenmähers vor dem Schlafzimmerfenster. Die Gemeinde soll das Geld an soziale Einrichtungen weiterleiten.

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Dieser Vorschlag kam laut Rechtsanwalt von den Veranstaltern selbst. Die Einhaltung des Vergleichs soll künftig eine amtlich anerkannte Messstelle überprüfen.

Ehepaar hatte geklagt

Rechtsanwalt Kannieß vertritt eine Frau und einen Mann aus Wacken, die gegen das Amt Schenefeld geklagt hatten, weil sie sich durch den Festivallärm belästigt fühlten. Die Genehmigungsbehörde hatte sich auf eine Ausnahmeregel berufen, nach der bei seltenen Ereignissen der Lärmgrenzwert von 70 auf 90 Dezibel hochgeschraubt werden kann.

Der Veranstalter des Wacken-Open-Air , Holger Hübner, hatte stets bestritten, dass vor dem Haus der Klägerin ein Wert von 90 Dezibel erreicht werde.

Wacken Open Air erwartet 75000 Fans

Sobald er den von der Gegenseite unterschriebenen Vergleich in Händen halte, werde er die Klage zurückziehen, sagte Kannieß. Er wollte dies voraussichtlich noch am Donnerstag erledigen. Damit wäre der ursprünglich für den 18. Februar vorgesehene Verhandlungstermin vor dem Verwaltungsgericht überflüssig.

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Mit einer Klage will eine Bewohnerin in Wacken strengere Lärmobergrenzen für das Wacken Open Air durchsetzen. 75000 Besucher reisen am ersten Augustwochenende aus aller Welt in das Dorf in Schleswig-Holstein. Rammstein, Deep Purple, Anthrax und Nightwish haben bereits bestätigt.

Zum "Wacken Open Air 2013" werden 75 000 Heavy-Metal-Fans erwartet. Rund hundert Bands spielen in der ersten Augustwoche zum Teil gleichzeitig mit einer Lautstärke von bis zu 120 Dezibel auf. Die Karten für das Spektakel sind seit Monaten ausverkauft. (dpa)



Kommentare
24.01.2013
23:37
Einigung mit Anwohnern - Wacken-Open-Air darf weiter rocken
von scouti | #1

Schwein gehabt!

Ein anderes Urteil hätte als Präzedenzfall auch andere Freiluftveranstaltungen kippen können. Wenn ich es hier richtig verfolgt habe war zumindest ein Kläger (m/w) erst später zugezogen, als diese Veranstaltung schon gab, also dieser sollte wissen, wo er/sie hinzieht und ggf. Urlaub für diese Zeit bucht oder Urlaub nehmen, mitfeiern bzw. einen Kiosk an dem Wochenende aufmachen. In anderen Gemeinden bzw. Städten sind schon Urteile dahingehend gefallen, dass dort nichts mehr mit Kultur u. a. stattfindet oder aber ein Zuschuss zu einem Urlaub außerhalb der Zeit gezahlt wird. Kostengünstiger als wenn gar nichts mehr los ist.

Viel Spaß beim Feiern! Ist zwar nicht meine Musik aber es gibt ja auch andere Gelegenheiten draußen zu feiern.

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