Einfühlsame Beiträge ausgezeichnet

Bonn..  Die „Zeit-Magazin“-Autorin Lara Katharina Fritzsche und die Fernsehjournalistin Heidi Specogna sind am Montagabend mit dem Katholischen Medienpreis ausgezeichnet worden. Der je mit 5000 Euro dotierte Preis wurde durch den katholischen Medienbischof Gebhard Fürst im Rheinischen Landesmuseum Bonn überreicht.

Fritzsche erhielt in der Kategorie „Printmedien“ die Auszeichnung für ihren Beitrag „Das Leben nach dem Tod in Utoya“ im „Zeit-Magazin“. Die Journalistin begleitete nach dem Massaker mit 67 Toten auf der norwegischen Ferieninsel die 18-jährige Sofie in ihrer Trauer um ihre beste Freundin Lejla. Dabei schafft der Beitrag laut Jury einen tiefen und existenziellen Einblick in die Kommunikation der Facebook-Generation, ohne Problematisches zu verschweigen.

Den Preis in der Kategorie „Elektronische Medien“ erhielt TV-Journalistin Specogna für ihren Arte-Fernsehbeitrag „Carte Blanche“. Der Film zeigt am Beispiel Zentralafrikanische Republik in dokumentarischer Form, was Gewalt bei Kindern, Frauen und Männern anrichtet. „Carte Blanche“ sei ein Film, der nach einem unmenschlichen Ereignis nach Menschlichkeit schreie, so die Begründung der Jury.

Die nicht dotierte Auszeichnung „journalistisch Wertvoll“ erhielten im Bereich Printmedien Nikola Sellmair („Mein Großvater hätte mich erschossen“, Stern, Mai 2012) und Roland Schulz („Jenseits von Afrika“, Süddeutsche Zeitung Magazin, Dezember 2012). Im Bereich Elektronische Medien erkannte die Jury diese Auszeichnung Martin Durm zu („Bedroht, verfolgt, verjagt - Christen im Nahen Osten“, Hörfunkbeitrag SWR2 Wissen, Dezember 2012).

Fürst erklärte bei der Preisverleihung, Journalisten könnten mit ihrer Arbeit zur Wandlung der Welt beitragen und die Herzen der Menschen tief berühren. Zugleich kritisierte er eine zunehmende Orientierung der Medien an den Konsuminteressen. „Die Personalisierung, Emotionalisierung und die Beschleunigung des medialen Ausstoßes führen doch nur noch zur oberflächlichen Stimulation“, sagte der Rottenburg-Stuttgarter Bischof. „Das tiefergehende Wahrnehmen und das Hören auf die menschlichen Herzrhythmusstörungen verlieren an Bedeutung. Medienkommunikation verkommt zum seelenlosen Konsum.“

Die Preisträger wurden aus insgesamt 214 Beiträgen von einer aus sechs Mitgliedern bestehenden Jury, darunter WP-Chefredakteur Stefan Hans Kläsener, ausgewählt. Der Katholische Medienpreis wird seit 2003 jährlich in den zwei Kategorien „Print“ und „Elektronische Medien“ von der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft ­Katholischer Publizisten und dem Katholischen Medienverband verliehen.

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