Eine politische Botschaft

Bravo, Berlinale-Jury! Mit der Vergabe des Goldenen Bären an den iranischen Wettbewerbsbeitrag „Taxi“ von Jafar Panahi sendet das Filmfestival eine deutlich politische Botschaft in die Welt. Der wegen „Propaganda gegen das System“ jahrelang inhaftierte und mit 20 Jahren Berufsverbot belegte Filmemacher wird mit dem Preis einer internationalen Solidarität versichert, die er wahrlich gut brauchen kann.

Doch die „Taxi“-Auszeichnung ist nicht nur eine politische Geste gegenüber dem Mut und der Unbeugsamkeit Panahis vor den Mullahs. Auch die künstlerische Qualität des Streifens hat sich als unbedingt Bären-würdig erwiesen. Es ist ein filmisches Meisterwerk, entstanden unter schwierigsten, bedrohlichsten Bedingungen für alle daran Beteiligten. Schon im Vorfeld der Berlinale hatte die iranische Regierung gegen die „Taxi“-Aufführung laut protestiert.

Wie „Taxi“ überhaupt von Teheran nach Berlin geschmuggelt werden konnte, darüber schweigt Festival-Chef Dieter Kosslick ebenso beharrlich wie genüsslich. Es bleibt nur zu hoffen, dass der tapfere Jafar Panahi nun nicht wütenden Rache-Repressalien in seinem Land ausgesetzt ist.

Aber auch das hat er bewusst in Kauf genommen.