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Ein fittes Berniebärchen Bernd Stelter wird 50

18.04.2011 | 17:09 Uhr
Ein fittes Berniebärchen Bernd Stelter wird 50
Bernd Stelter

Essen.   Nach „7 Tage, 7 Köpfe“ war es ruhiger geworden um Bernd Stelter. Dann nahm der Westfale 30 Kilo ab und schrieb darüber einen Bestseller. Nun, zu seinem 50. Geburtstag, zieht er eine positive Bilanz und ist endlich zufrieden.

Nur selten gibt es solche Momente, die das Leben eines Menschen grundlegend verändern. Als Rudi Carrell Bernd Stelter fragte, ob er bei „7 Tage, 7 Köpfe“ mitmachen will, war das so eine Situation. Bernd Stelter wurde einem Millionenpublikum bekannt. Als das „Berniebärchen“ sich nach einer Lesereise auf die Waage stellte, war das wieder so ein Moment: „Dieses Bild mit der 130 vorne“, das habe sich bei ihm eingebrannt. Stelter änderte sein Leben, nahm 30 Kilo ab und schrieb darüber ein Buch, einen Bestseller.

Heute, an seinem 50. Geburtstag, sagt Bernd Stelter von sich: „Ich bin ein zufriedener Mensch.“ Ein Satz, den er in den vergangenen Jahren noch nicht sagen konnte, nicht sagen wollte. „Zufrieden sein, wäre mir mit 40, 45 zu früh gewesen.“ Und auch karrieretechnisch lief es nicht immer ganz rund. Nach „7 Tage, 7 Köpfe“ wurde es ruhig um den in Unna geborenen Kabarettisten.

Moderator des NRW-Duells

Neun Jahre hatte er auf einem populären Sendeplatz von RTL an der Seite von Rudi Carrell, Jochen Busse und Mike Krüger einen humorvollen Wochenrückblick moderiert – bis die Quote sank. Ob er dieser Zeit nachtrauert? „Überhaupt nicht“, sagt Stelter. Es sei eine „irre Zeit“ gewesen und er ist „sehr dankbar“, dass er sie hatte. Aber neun Jahre seien auch genug gewesen. Nun ist der studierte Volkswirt froh, auch andere Projekte zu realisieren.

Bernd Stelter zählt auf, was er noch alles macht, dass er noch längst nicht von der Bildfläche verschwunden sei: Mit dem wöchentlichen „NRW-Duell“ und der Comedy- und Kabarettshow „So lacht NRW“ habe er gleich zwei WDR-Shows. Zudem ist er mit seinem Kabarettprogramm unterwegs , spielt an 80 bis 85 Abenden pro Jahr. Und außerdem schreibt er Bücher: Einen Krimi, in dem ein Mörder auf dem Campingplatz sein Unwesen treibt, zum Beispiel.

Neuer Krimi bereits geplant

Ein neuer Krimi ist bereits geplant: „Der Täter kam auf leisen Klompen“, heißt der Arbeitstitel. Nur zum Schreiben ist er noch nicht gekommen. Da seien ihm „die 30 Kilo dazwischen gekommen“. Als der Jojo-Effekt ausblieb, dachte er: „Dann musst du es aufschreiben. Und Platz Fünf in der Spiegel-Bestsellerliste das ist schon ein Wort“, sagt er mit Stolz in der Stimme.

Unterwegs mit seinem Kabarettprogramm: Bernd Stelter steht an 80 bis 85 Abenden im Jahr auf der Bühne. (Foto: Jochen Emde/WAZFotoPool)

Das Thema Abnehmen liegt Stelter am Herzen. „Als ich vor sieben Jahren angefangen habe, mich zu bewegen, konnte ich nicht einmal zwei Minuten am Stück laufen“, erinnert er sich. „Treppe hochgehen hieß auf gut Deutsch Sauerstoffzelt.“ Nun läuft Stelter dreimal in der Woche und hält sein Gewicht. Er verzichtet einfach abends auf die „Sättigungsbeilagen“ Kartoffeln, Nudeln, Brot und Reis. Knochig ist das „Bärchen“ trotzdem nicht geworden: 100 Kilo auf 1,85 Meter. „Man kann es auch gut Übergewicht nennen“, sagt er selbst.

„Laufen ist wie Zähneputzen“

Aber 30 Kilo sind runter, fitter sei er auch – nicht ohne Qual. Am Anfang habe er sich gesagt: „Laufen ist wie Zähneputzen, da habe ich auch morgens nicht immer Lust zu, aber mach’ es trotzdem.“ Nun mache es ihm Spaß.

Seine Laufklamotten nimmt er deshalb auch mit auf den Campingplatz im Süden Hollands. An den Ort, der für ihn den „perfekten Urlaub“ ausmacht. „Das Besondere am Camping-Urlaub ist, dass jeder seinen Urlaub hat“, sagt der zweifache Vater. Seine Frau nehme jede Menge Strickzeug mit, sein Sohn eine Angel, er selbst lese „Krimis, lustige Geschichten aber auch so romantisches Zeug“ und seine Tochter flirte wahrscheinlich.

Für die Zukunft hat Stelter „keine großen Ziele“. Er möchte weiter zum Karneval die Jecken bespaßen, weiter auf Bühnen stehen. Und ab und zu will sich der Westfale auch einfach mal eine Woche Auszeit gönnen. Zufrieden ist er nämlich bereits jetzt.

Kathrin Feldhofer

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