Ein böser, zynischer und toller Abend mit Hagen Rether
27.08.2009 | 13:19 Uhr 2009-08-27T13:19:00+0200
Bochum. Nur vier der scheinbar 200 Scheinwerfer beleuchten die spartanische Bühne, im Lichtpegel des Spotlights sitzt Hagen Rether. Ruhig, wie immer. Zurückgelehnt auf einem Bürostuhl, in einem hellen Anzug. Die leicht grau gewordenen Haar streng zurückgebunden.
Schweigen. Stille. Hagen Rether fragt das Bochumer Publikum: „Und sonst? Haben Sie Arbeit?“
Für sein Programm „Liebe“, in dem es – wie er mehrfach in den knapp drei Stunden wiederholt – um Oberflächen geht, eine Frage, die schon ziemlich ins Detail geht. Und obwohl der Kabarettist eine halbe Stunde lang symbolisch die Oberfläche seinen schwarzen Flügel reinigt, wird der Essener ziemlich tiefgründig.
Hagen Rether ist ein Witzeerzähler, Poet und zynischer Zeigefinger der Gesellschaft. Alle bekommen ihr Fett weg. In erster Linie aber Politiker – an vorderster Front die „Bauchrednerpuppe der Unternehmen“ Guido Westerwelle. Auch Angela Merkel, die einer Kanzlerin unwürdig oberflächlich in einer Berliner Synagoge sagte: „Man muss auch mal etwas gegen Antisemitismus tun“, bekommt die Spitzfindigkeit des gebürtigen Rumänen zu spüren.
Die Pointen sitzen
Trotz seiner ruhigen Art scheint die Zeit nur so zu rennen. Es geht um Beschäftigung des Volkes und Gesprächsstoff für die Stammtische in deutschen Kneipen: „Strohpuppen“ wie Zumwinkel, Mehdorn, Ackermann halten regelmäßig „den Arsch hin“ als Büßer und Deppen für wesentlich gravierendere Probleme. Nach anderthalb Stunden läutet Rether die Pause ein.
Nach langen 35 Minuten Rast – in der ein bisschen die zynische Stimmung verloren ging – kommt er zurück auf die Bühne. „Normalerweise müssten Sie ja um 22 Uhr ins Bett – aber Sie haben ja keine Arbeit – von wegen Vollbeschäftigung.“ Hagen Rether braucht nicht mehr als die paar Scheinwerfer und seinen Konzertflügel. Seine Pointen sitzen und seine leise Boshaftigkeit sind abendfüllend.
Endspurt am Flügel. Noch einmal redet und singt er über Politik, Irak und Afghanistan, den Papst und die Fleischindustrie. Das kurz aufkeimende Hungergefühl ist wie Zauberei verschwunden. Und eine Stunde vor Mitternacht verbeugt sich Rether vor seinem Publikum beim Zeltfestival Ruhr. Die, die Arbeit haben, müssen jetzt schnell ins Bett, behalten aber einen zynischen, pointierten, tollen Abend mit einem Hagen Rether in Topform in Erinnerung.
03:22
Das Herr Rether die sprichwörtlichen ollen Kamellen anderer Kabarettisten widerkäut und damit noch besonders tiefgründig rüberkommt, ist ihm durchaus hoch anzurechnen. Trotzdem kann ich mit ihm nichts anfangen. Seine langweilig vorgetragenen Monologe erinnern eher an den alternden F.J. Strauss, doch fehlt ihm jede provokante Anwandlung, jede Originalität.
23:23
hagen rether ! auch ich schließe mich den lobeshymnen an . dieser mann ist wirklich großartig !
22:31
Danke Hagen, du bist der Beste von allen.
19:39
Einfach Genial ist er!
19:12
Hagen Rether ist ein Kabarettist von der feinsten Sorte.
Ich selbst mag ihn nicht unbedingt, mir kommt er bisweilen zu klug und arrogant rüber.
Aber meinen Respekt zolle ich ihm allemal.
15:48
Hagen Rether ist eine absolute Größe, kein comedian, sondern Kabarett vom Feinsten. Ich genieße immer wieder seine Auftritte.
15:04
kabarett und besonders das politische, war und ist nichts für geistige tiefflieger - hagen rether gerhört zweifelsohne zur crème de la crème und darum erfreut es mich immer sehr, wenn er so manch lernwilligem, eine nachhilfe z. b. in sachen authentizität bei politikern im allgemeinen und oskar lafontaine im besonderen, erteilt ...
http://www.youtube.com/watch?v=4ewDvam2N8U
für soziale gerechtigkeit und gegen krieg -> mein herz schlägt links ...
14:47
#2
Komisch ist dieser Beitrag.
14:25
„Man muss auch mal etwas gegen Antisemitismus tun“,
Hagen Rether, der eigentlich bei den Chippendales (Stripteasetänzer) auftreten wollte, macht jetzt einen auf Karl Lagerfeld Comedy-Star. Ist das nicht komisch?
KHJ aus Köln
14:21
Ich habe Hagen Rether in Velbert bewundern dürfen. Und wenn ich sage bewundern, so meine ich „bewundern“! Es verging keine Minute, wo Langeweile hätte aufkommen können. Ich habe Tränen gelacht. Doch es gab nicht nur was zum Lachen, sondern vor allem einiges zum Nachdenken. Hagen Rether bringt die politischen Zusammenhänge und den damit verbundenen Ärger für die Bürger Deutschlands in komprimierter Form genau auf den Punkt. Ich habe selten so viel Klartext gehört! Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen...