Ein bewegender Abend mit Leonard Cohen
30.09.2010 | 08:20 Uhr 2010-09-30T08:20:00+0200
Dortmund.Leonard Cohen begeistert rund 6000 Fans in der Dortmunder Westfalenhalle. Was immer der Kanadier und seine exzellente, üppig besetzte Band an diesem langen Abend auch anstimmen: Es sitzt.
„Ich weiß nicht, wann wir wieder hier vorbei kommen“, meint Leonard Cohen zum Publikum. „Aber heute Nacht geben wir alles.“ Was bei vielen Künstlern bloß eine Floskel ist, meint der Kanadier auch so. Weit über drei Stunden reine Konzertzeit und alle seine Hits von „Suzanne“ bis „Hallelujah“ schenkt er den gut 6.000 begeisterten Fans in der Westfalenhalle.
Es bleibt nur eine Antwort: Er liebt es.
Und man fragt sich so kurz vor Mitternacht, als der 76-Jährige immer noch auf der Bühne steht, warum er das macht. Es bleibt nur eine Antwort: Er liebt es.
Das jedenfalls ist in seinem wundervollen Konzert in jeder Minute zu spüren. Auch wenn Leonard Cohen kein Mann der großen Gesten und Gefühlsausbrüche ist. Ruhig steht er da, in seinem dunklen Anzug mit Hut, und sprechsingsangt mit seinem abgrundtiefen Bariton seine poetischen Texte.
Sarkastisch, zweideutig, melancholisch wie kaum ein zweiter kann Leonard Cohen sein. Abgehangenes und Unvergängliches, Folkiges und eher Poppiges – was immer Cohen, seine exzellente, üppig besetzte Band mit den zauberhaften Webb-Schwestern als Backgroundstimmen an diesem langen Abend auch anstimmen, es sitzt.
Am Schluss kokettiert Leonard Cohen mit der lautstark geäußerten Zuneigung seines Publikums. Und singt „I Tried To Leave You“. Eigentlich ein Trennungssong. Aber Leonard Cohen münzt ihn einfach um auf das Konzertende. Und spielt weiter und noch ein Lied. Ein großer, ein bewegender Abend in Dortmund und vielleicht ja schon die letzte Gelegenheit, den Grandseigneur der Poplyrik noch einmal live erlebt zu haben.
14:11
Wir fahren oft wegen der einmaligen Athmosphäre und der Akkustik extra von Hamburg in die Westfalenhalle; dieses Mal Block 103, Plätze 101 102. Wie meistens war alles Spitze. In unserer Nähe nervten auch keine Schluckspechte und Sextanerblasen. Von Anfang an kenne ich Leonard Cohen, und bei jedem Konzert geht er mehr unter die Haut, einfach golden voice und Spitzenmusiker.
20:15
Nachtrag: Auf Lenny kann man jetzt, vor allem im Vergleich mit dem Auftritt in Frankfurt 2008, sein eigenes Songzitat anwenden (hier diesmal leider nicht gespielt):
And now suddenly you look a little older.
And now suddenly you feel a little older.
Ja,er ist schmaler und älter geworden in diesen zwei Jahren mit fast einer Million Besuchern auf seiner nicht enden wollenden Word-Tour. Ihn in Valencia 2009 auf der Bühne mitten im Song zusammenbrechen zu sehen... es trieb uns zu Tausenden die Tränen in die Augen.... und er war nach zwei Tagen wieder fit. Wer hat gemerkt, wie desorientiert er bei Suzanne wirkte und die Worte für die zweite Strophe nicht fand.... Und wenn er fällt, er fällt als ein ganz Großer, der das Lieben, Leben und Leid von mindestens zwei Generationen musikalisch begleitet hat. Von der ersten Liebe in der Schule bis zum heutigen Tag...
20:08
Als langjähriger und großer Lenny Cohen Fan habe ich eine Reihe von Konzerten gesehen, musikalisch war das Dortmunder Konzert das Highlight. Die Dortmunder mit ihrer aus dem Stadion bekannten Affinität zu großen Biermengen in Plastikbechern bekamen es schnell zu spüren.... sie mussten insbesondere im ersten Teil der Show an allen Ecken dringend aufs WC, was mehr als störend gewesen ist. Das habe ich weder in Köln, noch in Frankfurt, London, Las Vegas erlebt... Davon abgesehen war es eine großartige Darbietung, und wir alle sind noch heute begeistert und voll von den Eindrücken...
21:38
ein enttäuschender Abend, gekonnte, professionelle Präzision statt Lebendigkeit, Pose, die sich wiederholte und wiederholte, unerträglich für mich, die alles weichspülenden Sängerinnen und nach der Pause, trotz der Hits, zu viel vom Gleichen. Schade.
14:39
@Rüdiger Wasser:
wieso unterhalten sich eigentlich so viele Leute in Konzerten: verstehe ich auch nicht, es waren Experten hinter uns, die ihr Fachwissen unter Beweis stellten, in dem sie nach wenigen Takten die jeweiligen Titel der Songs kundtaten und auch sonst alles kommentieren mussten.
wenns lauter ist, dann reden die nämlich auch lauter: Sehe ich anders, da hier sehr leise Musik gespielt wurde (ich will nicht sagen Hintergrundmusik) und sich normal unterhalten konnte, ist es einfacher zu quatschen als wenn man durch angemessene Lautstärke in den Bann der Musik gezogen wird. Das hätte ich mir gewünscht, es war aber auf unseren Plätzen absolut nicht der Fall
08:24
@14: Natürlich war es altertümlich, aber im besten Sinne. Ich bin froh, dass es das noch gibt: ehrliche Musik ohne Firlefanz.
Cohen hat es einfach nicht nötig mit irgendwelchen Mätzchen auf sich aufmerksam zu machen. Musikalische Qualität überzeugt mich mehr als rohes Fleisch oder was auch immer manche Superstars brauchen, um in die Medien zu kommen.
21:40
Es war schön. Doch es wirkte altertümlich. Ich bin dennoch froh, den Weltstar gesehen und gehört zu haben. Das Konzerthaus Dortmund wäre als Ort besser gewesen.
In der Pause hatte ich ein ungutes Loveparade-Feeling - eingekeilt unter zu Vielen.
Die Musiker waren super - besonders der alte Mann an der Gitarre. Gänsehaut!
16:22
@jörgen
Das ist sehr schade, vorne war der Sound fantastisch. Aber wieso unterhalten sich eigentlich so viele Leute in Konzerten. Natürlich stört das, auch dann, wenns lauter ist, dann reden die nämlich auch lauter.
15:19
Ja, es war ein großartiger Abend mit einem großartigen Künstler umgeben von tollen Musikern.
Ging unter die Haut.
15:19
Über die Qualitäten Cohens sowie seiner fantastischen Band und seines Auftrittes in der Halle möchte ich mich nicht weiter äussern, natürlich wunderbar. Trotzdem war das Konzert für uns eine Entäuschung, wir saßen Inneraum Süd (84 Euro/Ticket), die Akustik in der Halle war für unsere sowie für die Nordseite eine einzige Zumutung, da die hinten angebrachten beiden Boxen zu einem einzigen Soundmatsch führten, insbesondere bei tieferen Tönen (LC, Brums, Bass) kam es schrabbelig und verspätet an. Warum beschallt am die ganze Halle nicht von der Bühe direkt beschallt? Insgesammt war es zu leise, Songs, die normalerweise unter die Haut gingen, plätscherten so vor sich hin, man konnte den Neben und Hintermann teilweise besser verstehen als das was von der Bühne kam. Schade um einen an sich schönen Abend, weil völlig unnötig, hätte man besser machen müssen.