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Frei.Wild

"Echo"-Macher laden Frei.Wild wieder aus

08.03.2013 | 12:10 Uhr
"Echo"-Macher laden Frei.Wild wieder aus
Kein Echo für Frei.Wild: Die umstrittene Band wurde von der Nominierten-Liste für den Musikpreis geworfen.Foto: Jan Dinter/WAZ FotoPool

Berlin.  Erst hieß es, die Statuten verbieten einen Rauswurf, jetzt ist er doch gekommen: Die umstrittene Rechtsrockband Frei.Wild wird von der kommenden Verleihung des "Echo"-Musikpreises ausgeschlossen. Die Ausrichter reagieren damit auf Fanproteste und Boykott-Ankündigungen der Bands Kraftklub und Mia.

Erst hatten "Kraftklub" reagiert, dann waren "Mia" gefolgt: Die 22. Verleihung des deutschen Musikpreises "Echo" war durch die Nominierung der umstrittenen Deutschrockgruppe Frei.Wild zu einem Politikum geworden. Frei.Wild gilt wegen patriotischer Texte mit völkischem Gedankengut als Rechtsrock-Band . Während die Veranstalter des "Echo" in ersten Statements auf die Nominierung beharrten, haben sie jetzt überraschend Position bezogen - gegen Frei.Wild und gegen die bisherigen eigenen Statuten.

Der "Echo" gilt als deutscher "Grammy" und ist die renommierteste Musikauszeichnung des Landes. Die Kritierien der Nominierungen sind je nach Kategorie vergleichsweise schlicht. In Sachen Frei.Wild hieß das: Wer sich hierzulande besonders gut verkauft, hat Chancen auf einen "Echo". Frei.Wild zählte dabei im vergangenen Jahr zum Kreis der fünf bestverkauften Bands, die die Echo-Ausrichter in der Katagorie "Rock/Alternative National" einordneten. Neben Frei.Wild waren die Berliner Punkpop-Band "Die Ärzte", Kraftklub aus Chemnitz, Mia aus Berlin und Unheilig nominiert. Letztere wollte sich zu den Vorkommnissen um Frei.Wild nicht äußern.

"Echo"-Macher wollen keine Bühne für Debatte um politische Gesinnung von Frei.Wild

Das haben nun die "Echo"-Ausrichter getan und dabei Position bezogen. Noch am Mittwoch hatte der Verband erklärt: "Da keine offensichtlichen Gründe für einen Ausschluss von den Charts vorliegen, zum Beispiel eine Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, findet auch die Qualifizierung entsprechend den Echo-Regularien statt". Nun heißt es in einer Erklärung, der "Echo" solle nicht zum Schauplatz einer Debatte um das Thema der politischen Gesinnung dieser Band werden, teilten der Musikverband mit. Deshalb hätte der Vorstand "nach intensiven Diskussionen" sich entschlossen, in die Regularien des Preises einzugreifen und die Südtiroler Band von der Nominiertenliste zu streichen.

"Wir haben in den letzten Tagen heftige Kontroversen um die Nominierung von Frei.Wild, die auf Basis der Charts-Auswertung erfolgte, erlebt, die den gesamten Echo und damit auch alle anderen Künstler und Bands überschatten", erklärt Florian Dücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie. Die Regularien des "Echo" hätten sich "in den letzten 20 Jahren etabliert und bewährt", sagt Dücke. Man habe jedoch nun begonnen, "die Anpassung dieser Regularien anzugehen, was wir mit Blick auf den aktuellen Fall nun weiter forcieren werden".

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    Seite 2: Warum Frei.Wild in der Kategorie "Rock National" gewertet wurden

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Kommentare
08.03.2013
12:49
jaja
von drasos | #60

so ist das halt....

Mainstream Mainstream über alles,über alles in der Welt....

Das gilt sowohl in der Politik als auch in der Musikindustrie.....

Wir dürfen nur das hören was wir hören sollen....

"Rosenstolz Genöhle" ist ok,aber sobald auch nur 5% vom Mainstream abgewichen wird ist es schon ein Problem....

Schöne neue Welt....

08.03.2013
12:43
Was gesagt werden muss ...
von BartSimpsens | #59

Wenn man den Kommentar aus dem Ausland liest, kommt einen sofort der Gedanke: "Deutschland - den Deutschen". Die Ärzte schrieben auf ihrer Homepage, für den Echo sei "mal wieder eine politisch fragwürdige Band nominiert" worden. Ich glaube, seitdem Bushido in Deutschland 5 Echos und den Bambi für gelungene Integration gewonnen hat, sind die Dämme in Deutschland alle gebrochen. Denn es scheint einen Unterschied zu geben, wenn Bushido antisemitische-, schwulen- und frauenfeindliche Texte schreiben kann und keiner außer Heino und dem Sänger von Rosenstolz protestierte dagegen. Es ist ein verlogenes und heuchlerisches **** was hier rumläuft, und sich jetzt als Moralapostel aufspielt.

08.03.2013
12:26
Prinzipiell gute Sache, aber fader Beigeschmack
von orlandosblume | #58

Eins vorweg: Frei.Wild sind Kacke und ich will die auch gar nicht hören. Ich finde aber solche Generalverdachte, wie sie jetzt gegen die lustigen Tiroler erhoben wurden, nicht ganz ok. In den frühen 2000er Jahren hat z.B. die ANTIFA in Essen dafür gesorgt, dass eine Band wie MIA (die jetzt ja den Echo bei einer Freiwild-Teilnahme boykottieren wollen) ins rechte Lager gerückt wurden und ihr Konzert beim Open Air in Werden absagten. Bands wie TYPE O NEGATIVE von vielen geliebt, von genauso vielen (meist linken Intellektuellen) gehasst, wegen Titel wie "Untermensch" in alten Carnivoire-Zeiten, haben in Essen ein Auftrittsverbot bekommen. Hmmm, Rammstein... wurden zumindest in den Herzeleid-Zeiten ganz kontrovers diskutiert. Reggae-Künstler aus Jamaika wie SIZZLA rufen offen zum Krieg gegen Schwule auf, Rosenstolz zahlen es mit gleicher Münze gegen Bushido beim letzten Echo zurück. Ach, was solls. Je tiefer man drin wühlt, umso mehr stinkts...

08.03.2013
12:12
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Name von Moderation entfernt | #57

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08.03.2013
12:02
nimmt Frei.Wild von der Liste der diesjährigen ECHO-Nominierten
von Entschuldigung | #56

und das ist auch gut so!
richtig und wichtig!
In Zeiten, wo Europa zusammenwächst brauchen wir keine reaktionären Volksverhetzer.
Wir brauchen keine salafistisch ähnliche Nationaltümmler.
Ob Salafisten, Pro Nrw und andere Rechte,
das sind mit die größten gesellschaftlichen Probleme!

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #56-1

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08.03.2013
11:57
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Name von Moderation entfernt | #55

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08.03.2013
11:46
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Name von Moderation entfernt | #54

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08.03.2013
10:40
Frei.Wild fliegen von der Nominierten-Liste für den
von horsthausener | #53

[von Admin entfernt - Verleumdung]

08.03.2013
10:38
@ mellow | #49-2
von melr | #52

Kraftclub sind nicht nur plötzlich Sänger solcher Texte, nur weil irgendwelche Frei.Wild Fans beleidigt sind.

Davon kann sich jeder überzeugen, wenn er mal Google anwirft und nach Songtexten von Kraftklub sucht.

Titel wie "ScheissseindieDisco", "ich hau rein", oder "Randale" sprechen für sich.

Wenn angeblicher Rechtsrock im Echo nichts zu suchen hat, dann aber auch erst recht keine gewaltverherrlichen Linksrock - Bands aus der Punk- und Rapszene, die in ihren Texten Aggression, Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigungen, Nötigungen, Sexismus, oder allgemein gesellschaftsablehnende Tendenzen zeigen.

Diese Rechts - Paranoia treibt wirklich kuriose Blüten.

In "Ich Hau Rein" besingen Kraftklub in deutlichsten Worten die typischen Handlungen linker Chaoten. Aber das scheint ja keinen zu stören.

1 Antwort
mit K
von iloveBritain | #52-1

Kraftklub mit K

08.03.2013
10:29
Komisch
von Frubbi74 | #51

daß die korrekten und guten Kraftklubberer eine Mitnominierung von Frei.Wild dieses Jahr zum Anlaß nehmen wollten, ihre Teilnahme zurückzuziehen, jene von Bushido letztes Jahr hingegen nicht.

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