Drei Pinguine stellen sich fundamentale Fragen
06.04.2008 | 17:36 Uhr 2008-04-06T17:36:48+0200Dortmund. Wenn es einen Gott gibt, hat er bei den Pinguinen versagt? Schließlich sind sie Vögel und können doch nicht fliegen. ...
... In dem Stück "An der Arche um Acht" von Ulrich Hub, das in der Inszenierung von Antje Siebers im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater Premiere feiert, geht es um nichts weniger als die göttliche Existenz. Schnee und Eis, so weit das Auge blickt. Die drei befreundeten Pinguine streiten sich kräftig. Als ihnen aber eine Taube mitteilt, dass Gott eine Sintflut schickt - da halten sie zusammen. Obwohl nur zwei Pinguine erlaubt sind, schmuggeln sie sich zu Dritt auf die Arche Noah.
In ein karges Bühnenbild hat Regisseurin Antje Siebers das Geschehen verlegt: Ob nun eine schwankende Holzplatte als Boot oder eingespielte Tiergeräusche - vieles spielt sich im Kopf der Zuschauer ab. Passend bei einer Frage, die so sehr im Inneren des Menschen verhandelt wird wie der Glaube an Gott.
Ulrich Hub geht in seinem Stück (Kinder- und Jugendtheaterpreis 2006) herrlich leicht mit dem schwergewichtigen Thema um. Mit sympathischer Naivität grasen die drei Pinguine fundamentale Fragen ab - warum etwa Gott nicht öfter in Erscheinung tritt, wie er Katastrophen einfach zulassen kann und schließlich, ob Gott überhaupt existiert.
Zwar gibt es auch düstere Momente, die kleine Zuschauer kurz verschrecken - insgesamt arbeitet Regisseurin Antje Siebers aber fein die Komik des Stücks heraus. Auch dank einer spielfreudigen Tiermannschaft: Andreas Ksienzyk, Bettina Zobel und Bianka Lammert, unterstützt durch phantasievolle Kostüme, haben sich die körperlichen Eigenarten der Pinguine angeeignet, mimen humorige Unschuld und singen selbstbewusst schief. Rainer Kleinespel gibt eine egozentrisch-liebenswerte Taube. Und die Moral? Käsekuchen ist verräterisch - und Gott steckt vielleicht in jedem von uns. Nächste Termine: 9., 10. April. Karten: Tel: 0231/5027222.
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