Dirigent mit Temperament und Engagement
20.06.2007 | 09:02 Uhr 2007-06-20T09:02:35+0200Dortmund. Mit dem gestrigen zehnten Philharmonischen Konzert verabschiedete sich Arthur Fagen als Generalmusikdirektor der Stadt Dortmund. In den fünf Jahren seiner Amtszeit hat er hier Akzente gesetzt, der Orchester-Historie manches Highlight hinzugefügt
Der Start des Amerikaners fiel mit zwei wichtigen Daten zusammen - der Eröffnung des Konzerthauses und dem Beginn der Tätigkeit von Christine Mielitz als Opernchefin. Fagen zog mit einer nachhaltigen Aufführung von Mahlers dritter Sinfonie ins neue Heim ein. Aber er musste sich auch mit der Zunahme von Gastspielen großer Orchester im Konzerthaus einer wachsenden Konkurrenz stellen.
Das hat er mit viel Engagement getan. Mit weit ausschwingenden Gesten am Pult, mit Temperament und Gestaltungswillen. Auch der Einstand in der Oper gelang. Zusammen mit Christine Mielitz entstand eine respektable Neuinszenierung von Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg". Weitere geglückte Premieren folgten: Als eine der besten Mozart-Produktionen seit Jahren wird Fagens musikalische Deutung von "Don Giovanni" gelobt.
Fagen drängt sich bei aller Leidenschaft des Vollblutmusikers nicht in den Vordergrund. Er stellt sich in den Dienst der Sänger und gewährt ihnen Entfaltungsspielraum. Er leuchtet die Opernpartituren auf unaufdringliche, aber eigenständige Weise aus und gibt ihnen unabhängig vom Bühnengeschehen eigenen Glanz.
Fagen ist weltweit gefragt, hat entsprechende Beziehungen. Er konnte Kontakte herstellen für Gastspiele der Dortmunder Philharmoniker in Salzburg, Amsterdam, Brüssel oder China. Endgültig nimmt er noch nicht Abschied: Im Dezember wird er wieder vor den Philharmonikern stehen - diesmal als Gast.
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