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Diözesanmuseum Paderborn widmet HA Schult Ausstellung

22.02.2013 | 15:30 Uhr
Diözesanmuseum Paderborn widmet HA Schult Ausstellung
Das Kunstwerk "Trashpeople" von HA Schult ist Teil der Ausstellung "Die Zeit und der Müll. Trash-Kunst und Konsumkritik" im Diözesenmuseum in Paderborn.Foto: dpa

Paderborn.   Das Diözesanmuseum Paderborn widmet sich in seiner neuen Ausstellung dem Thema Trash: "Die Zeit und Der Müll. Trash-Kunst und Konsum-Kritik" heißt die Schau, die jetzt bis 12. Mai zu sehen ist. Es ist eine umfassende Werkschau des Kölner Aktionskünstlers HA Schult.

„HA Schult erinnert mit seiner künstlerischen Arbeit an eine urchristliche Botschaft, und das ist der verantwortungsvolle Umgang mit der Schöpfung. Oder anders gesagt, wer die Schöpfung bewahren will, muss auch auf die Gefahren des Konsums hinweisen.“ Mit diesen Worten erläutert der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt die neue Ausstellung im Diözesanmuseum „Die Zeit und Der Müll. Trash-Kunst und Konsum-Kritik“.

Zu sehen ist jetzt bis zum 12. Mai eine umfassende Werkschau des Kölner Aktionskünstlers HA Schult. Mit ihren mehr als 100 Exponaten ist sie nach 33 Jahren die erste Schult-Retrospektive nach seiner Ausstellung im Kölner Ludwig-Museum. Entsprechend zufrieden ist HA Schult, und seine stets gegenwärtige Muse Elke Koska schwärmt von der „besten und bedeutendsten Kunstausstellung“ in diesem Jahr überhaupt.

„Mein Job ist es, den Wahn des Alltags ins Museum zu tragen, wo ohnehin stets der Müll der Epochen betrachtet wird“, sagt HA Schult ganz respektlos. Er wisse, dass er ein sehr umstrittener Künstler sei, fügt er hinzu und hofft doch „auf sehr viel Neid von anderen Museen“ hinsichtlich der Paderborner Ausstellung. Die ist natürlich vollgestellt mit Schults berühmten Müll-Figuren, „Trash People“, wie sie weltweit genannt werden und wie sie an historisch wichtigen Orten rund um den Globus schon für Aufsehen gesorgt haben: Vor den Pyramiden in Ägypten, auf der Chinesischen Mauer, auf der römischen Piazza del Popolo, in der Antarktis oder vor dem Kölner Dom.

Wenn sich im Müll die Menschheitsgeschichte spiegelt

„Die römische Scherbe von gestern ist doch die Coca Cola-Dose von morgen“, fasst HA Schult seinen Kunstansatz zusammen. Im Zivilisationsmüll, aus dem seine Objekte und Aktionen bestehen, spiegelt sich seiner Meinung nach die komplette Menschheits- und Kulturgeschichte unseres Planeten. Da sei es nur folgerichtig, seine Arbeiten auch in einem kirchlich geprägten Museum auszustellen und sie mit Heiligenfiguren und anderen Exponaten direkt in einen Kontrast zu bringen.

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Aktionskünstlers HA Schult macht mit einer Installation aus 200 Müllfiguren in Telgte Station. Die stummen Streitkräfte rütteln auf und klagen an: Sie sind Produkte, ja Kinder, der heutigen Ex-und-Hopp-Gesellschaft.

Museumsdirektor Prof. Dr. Christoph Stiegemann lobt daher die „ganz, ganz wichtige und neue Erfahrung“, die die HA Schult-Schau in Paderborn für die Besucher bereit hält. Die Exponate seien „Mahnungen, ohne sauertöpfisch zu sein“, stimmt Generalvikar Hardt in das Lob auf den Künstler ein und hält daher auch das ganze Kunstprojekt von HA Schult für „sehr kompatibel mit dem Ansehen der Kirche“.

Neben den „Trash People“ zeigt die Ausstellung noch zahlreiche Bilder-Boxen, apokalyptische Landschaftsinstallationen aus Müll, verdichtet in gläsernen Schaukästen. Dazu kommen einige pointierte Kirchenfenster-Entwürfe, die HA Schult eigens für Paderborn geschaffen hat und die die Verbindung zum Sakralen im Diözesanmuseum zusätzlich unterstreichen sollen.

Museumsdirektor, Generalvikar und Künstler sind sich dabei völlig einig, dass die Schau unmittelbar mit der Würde des Menschen zu tun hat. „Der Müll hält die Zeit regelrecht an“, formuliert HA Schult. Der Müll, also die Überreste menschlichen Lebens, überdauere die Menschheit in eigentümlicher Warnung. Die Museen werden auf diese Weise zu „Asylantenheimen der Kunstgeschichte, zu Rettungsstationen für Vergangenes“.

Es ist eine ebenso spannungsgeladene wie faszinierende Idee, den Müll-Künstler HA Schult in einem Museum mit sakraler Ausrichtung vorzustellen. Paderborn beweist mit dieser Schau durchaus Mut, vor allem aber Dialogbereitschaft.

Andreas Thiemann



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