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Digitaler Flausch als Seelenwärmer

21.02.2016 | 16:59 Uhr
Digitaler Flausch als Seelenwärmer
Das erste Katzenkinofestival in Deutschland, letzten Freitag im Düsseldorfer NRW Forum.Foto: Kai kitschenberg

Düsseldorf.   Parodie oder Pionierarbeit? Hunderte Menschen strömten jetzt zum ersten Internet-Katzenvideofestival. Als Preis lockte „der goldene Kratzbaum“.

Eine Katze, die vor ihrem eigenen Spiegelbild erschreckt. Katzen, die Fische eines Bildschirmschoners fangen. Eine Katze, die mit der heißen Luft aus dem Föhn kämpft. Alles nur heiße Luft? Ganz klar: nein. Katzenvideos werden im Internet millionenfach geliked und geteilt. Minütlich stellen Menschen überall auf der Welt neue Videos mit „Cat Content“ (zu deutsch: Katzeninhalt) ins Netz. Katzenvideos sind der Renner – ein digitales Massenphänomen.

Doch kann man so einen Hype auch ins reale Leben übertragen? Seit Freitag steht fest: Man kann. Hunderte strömten an diesem Abend zum ersten Internet-Katzenvideofestival in Deutschland ins Düsseldorfer NRW-Forum. 600 konnten sich schließlich in dem restlos ausverkauften Ausstellungshaus einen Zusammenschnitt der besten internationalen Katzenvideos und später die 15 besten deutschen Katzenvideofilmchen zu Gemüte führen – es gibt Experten, die bestätigen, dass derartige Flauschfilme gut für die Seele seien. Als Vorbild fungierte das Festival des Walker Art Centers in Minnesota, das jedes Jahr 10 000 Besucher anzieht.

Aber was machen Kurzfilme mit Stubentigern, die sich in einem Irgendwo zwischen lustigen bis rührenden Momentaufnahmen, schrägen Animationen und versteckter Kamera ansiedeln, in einem Haus der Kunst, das gleichzeitig wegweisende Modeaufnahmen des Fotografen Horst P. Horst zeigt? Alain Bie­ber, Chef des NRW-Forums, sieht da keinen Widerspruch, sondern offenbar die Möglichkeit, unterschiedliche Genres und Phänomene innovativ zu verbinden. Denn zugleich ist das Katzenvideofestival der Auftakt einer monatlichen Veranstaltungsreihe, die unter dem Titel „Internet­stadl – das lustige IRL-Fest der Netzkultur seit 2016“ Einblicke in die digitale Zukunft eröffnen und diese gleichzeitig in der „echten“ Welt erlebbar machen will.

Zum Finale des Abends kam der „Goldene Kratzbaum“ zum Einsatz – als Preis für das beste deutsche Katzenvideo. Es stammt von Thomas Baitinger aus Bremerhaven und zeigt seine Katze Signor Rossi, die eine Maus jagt, die sich ins Haus verirrt hat. Todesmutig springt die Maus der Katze schließlich ins Gesicht. Ende des Videos. Das Happy End gab’s als Geschichte des Preisträgers obendrauf: Die Katze war so verdutzt, dass die Maus ins Freie entkommen konnte.

Jacqueline Siepmann

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Digitaler Flausch als Seelenwärmer
Digitaler Flausch als Seelenwärmer
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2016-02-21 16:59
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