Die Zukunft ist schon zu Ende

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Was wir bereits wissen
Der FCR Duisburg geht in die Insolvenz.

Es ist noch nicht sehr lange her, als hierzulande das Hohe Lied auf den Frauenfußball und seine güldene Zukunft angestimmt wurde.

Die Heim-WM 2011, verklärt zum „Sommermärchen light“, bescherte dem Sport eine ungeahnte Präsenz, exorbitante Einschaltquoten und lud ihn mit ungeheurer Bedeutung auf. Doch zugleich erwies sich diese grell-strahlend ausgeleuchtete WM als Maßstab, an dem der Frauenfußball im allzu oft grau-tristen Liga-Alltag nur zerschellen konnte.

Nun muss der FCR Duisburg, das Aushängeschild dieses Sports im Revier, offenbar aufgeben. Der Verein, immerhin Meister, Pokalsieger, Eurocup-Gewinner, geht in die Insolvenz – und in eine ungewisse Zukunft. Es ist, nach dem Donnergrollen des vergangenen Sommers, ein Blitzeinschlag mit Ansage. Vollkommen unabhängig davon, ob der Klub auch Fehler gemacht hat oder folgenschweren Fehleinschätzungen erlegen ist, lässt sich sagen: Der Frauenfußball auf nationaler Ebene bleibt, wie viele viele andere Sportarten ein absolutes Nischenprodukt; finanzierbar in der Spitze nur von ganz wenigen Vereinen.

Das ist keine neue Erkenntnis, sie schmeckt nur ungleich bitterer nach all’ den Sonntagsreden, Lobhudeleien und Versprechen der jüngeren Vergangenheit, von Funktionären, Fußball-Anhängern und, ja, auch den Medien. Die Blütenträume aber sind längst welk geworden.