Die Zukunft der Region in der Architektur
27.11.2007 | 13:27 Uhr 2007-11-27T13:27:00+0100Axel Koschany, Geschäftsführer von KZA in Essen stand uns Rede und Antwort.
Auf der Halde Rheinpreußen in Moers wurde als Landmarke eine Grubenlampe geschaffen. Ihr Büro hat an der Umsetzung mitgewirkt. Welche Bedeutung messen Sie diesen Landmarken zu, die es im Ruhrgebiet häufig gibt?
Ich finde Landmarken dieser Art ganz spannend. Sie sind ein Stück Identifikation, gerade dann, wenn man sich einen Überblick verschaffen möchte. Wir haben an der Grubenlampe mitgewirkt und zusammen mit dem Künstler Otto Piene versucht seine Idee in „Baubares“, in Profile und Schrauben umzusetzen. Dieses gemeinsame Projekt hat sehr viel Spaß gemacht und ich finde, so etwas braucht jede Region und diese Region ist groß genug, um ganz unterschiedliche Dinge nebeneinander zu vertragen.
Die Zunftviertel sind ja nicht nur auf Zollverein geplant, sondern auch an anderen Standorten. Wirken Sie ebenfalls an diesen anderen Projekten mit?
Wir sind an noch drei weiteren Standorten beteiligt. Einer ist ganz in der Nähe, auf der Zeche Ewald in Herten, die schon sehr viel weiter ist, als Zollverein. Die gesamte Infrastruktur steht hier bereits. Das Schöne an der Zunftkonzeption ist, dass sie dynamisch genug ist sich den jeweiligen Orten anzupassen. So entsteht keine Konkurrenz und die Zusammensetzung der Unternehmen und Manufakturen wird eine völlig andere sein, als hier auf Zollverein. Wir haben unter anderem ein kleines Projekt in Burg im Spreewald. Eines der wenigen Konzepte, wo die „Zunft“ versucht in einen Neubau zu gehen, weil es keinen geeigneten Bestand gibt, der Ort dennoch als angemessen gilt. Was uns viel Freude macht, ist ein Projekt in Berlin. Dort beschäftigen wir uns gerade mit der ehemaligen Schultheiß Mälzerei in Schöneberg und erstellen zusammen mit einem Schweizer Investor und der Zunft AG ein neues Konzept, das beim Bürgermeister großen Anklang findet. Diese Konzepte sind sehr wandelbar und schaffen es trotzdem ihren Anspruch nach Gestaltung halten zu können.
Ihr Büro in Dubai hat den Zuschlag für den Colorial Tower in Dubai bekommen. Im nächsten Jahr ist Baubeginn. Haben Sie Partner vor Ort, die daran beteiligt sind?
Wir haben den Entwurf und das Design gemacht, umgesetzt wird das Projekt mit einem lokalen Partner. Der Investor ist gerade dabei in den Markt zu „launchen“ und zu verkaufen. Was jedoch mehr Freude macht ist ein Projekt in Dubai, abseits von großen Türmen. Wir haben zusammen mit einem örtlichen Büro einen Wettbewerb gewonnen. Es soll ein Zentrum für autistische Kinder entstehen. Dieses Projekt steht unter der Schirmherrschaft der Frau von Sheik Mohammed. Auftraggeber ist das Finanzministerium, Bauherr ist die Stiftung. Ein wunderbares Beispiel dafür, dass man als Architekt auch Generalist sein kann. Ein autistisches Zentrum haben wir bisher noch nie geplant. Ein Projekt ganz abseits des klassischen Dubai-Glamours, man hat das Gefühl wirklich helfen zu können, einen Raum schaffen zu können, der in einem Gebiet wie Dubai generell schwierig ist.
Was ist in der Region noch geplant?
Wir sind in der Region der Architekt eines Investors aus Hamburg, der einiges in Deutschland macht – allerdings mit dem Schwerpunkt Norddeutschland. Für diesen Investor haben wir in Essen und Düsseldorf Entwürfe gemacht, die gerade in der Projektentwicklung sind. Wir nehmen an verschiedenen Wettbewerben teil, wo noch Entscheidungen zu treffen sind. Eines muss man auch als Architekt lernen: Selten kommt ein Auftraggeber und sagt "Ich möchte hier und jetzt ein Haus bauen." Projektentwicklungen brauchen Zeit, es wird viel umgeplant. Ein langer Atem und viel Geduld gehören dazu.
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