Die Schöne und der Tod: "Elisabeth - Die wahre Geschichte der Sissi"
18.03.2010 | 16:53 Uhr 2010-03-18T16:53:00+0100
Manchmal ist bereits der Titel die Botschaft: „Elisabeth”! Im Mittelpunkt des nun in Düsseldorf zu erlebenden Musicals steht eben nicht der blaublütige Backfisch „Sissi”, bekannt aus der Kino-Trilogie mit Romy Schneider, sondern die selbstbewusste und moderne Kaiserin von Österreich.
Auch der Untertitel des erstmals 1992 in Wien aufgeführten Musicals – „Die wahre Geschichte der Sissi” – verweist bereits auf den vergleichsweise unverklärten, historisch etwas glaubwürdigeren Ansatz.
Gleichwohl haben sich die Schöpfer zum Zwecke einer bühnentauglicheren Dramaturgie ein paar Freiheiten herausgenommen. Musical-Freunde und auch die „Sissi”-Fans werden es Michael Kunze (Text) und Sylvester Levay (Musik) nachsehen, dass sie mit dem personifizierten Tod eine Gestalt ins Leben riefen, die in den Nacherzählungen von Elisabeths wechselvoller Lebensgeschichte bislang eher ein Schattendasein fristete. Hier aber tritt der Sensemann als fescher Nebenbuhler von Franz Josef auf, der schon bei der Vermählung des Kronprinzen mit der damals 16-Jährigen schicksalschwanger die Hochzeitsglocken läutet.
Auch musikalisch bleibt „Elisabeth” nicht im walzerhaften Opernball-Schmalz stecken, Sylvester Levay hat der Bühnen-Kaiserin vielmehr ein ebenso zeitgemäßes wie zeitloses Tonkleid auf den Leib komponiert. Levay: „Ich sah Elisabeth als meine große Chance, klassische Musik und Rock-Pop verschmelzen zu lassen”. Nachzuhören ist das nicht zuletzt in der großen Emanzipationshymne „Ich gehör nur mir”, ergreifend interpretiert von Hauptdarstellerin Annemieke van Dam. Ein Lied, das von Elisabeths Drangsal im goldenen Käfig der Monarchie und ihrem Aufbegehren gegen das zu eng geschnürte k.u.k-Korsett kündet.
Aber: Keine „Sissi” ohne raschelnde Seidenkleider, üppige Dekors und emotional aufgeladene Szenen, die das Ensemble an den Rand der Riechsalz-Bedürftigkeit führen. Kein Wunder, basiert der Musical-Stoff doch auf einer echten Tragödie: Nachdem sich die Kaiserin von ihren höfischen Fesseln befreit hatte, wurde sie 1898 Opfer eines Attentats. Für die kompromisslose Umsetzung spricht, dass ausgerechnet Elisabeths Mörder hier als Erzähler fungiert.
Musical „Elisabeth”: bis 25.4. in Düsseldorf (Capitol Theater). Karten (ca. 71-95 €) gibt's unter Tel. 01805/280123 oder www.DerWesten.de/tickets
11:06
ich war in colosseum bei Elisabeth
das war nur schön
aber die Tour show ist nicht so gut würde da für
kein Geld ausgeben