Die Rückkehr des Xerxes

Düsseldorf..  Es war ein wahrer Theaterrausch, der die Zuschauer der acht ausverkauften Aufführungen von Georg Friedrich Händels „Xerxes“ zu Beginn des Jahres 2013 ergriffen hatte. Stürmischer Applaus und beste Kritiken krönten die Premiere von Stefan Herheims Inszenierung – die Deutsche Oper am Rhein war im Barockfieber. Nun kehrt der liebestolle Perserkönig Xerxes in Gestalt des phänomenalen Countertenors Valer Sabadus für acht Vorstellungen ins Düsseldorfer Opernhaus zurück. Von heute bis 10. Mai trifft er dort auf die brillanten und bestens eingespielten Sängerkollegen der ersten Aufführungsserie: den Countertenor Terry Wey (Arsamene) und das Sopranistinnen-Gespann Anke Krabbe (Atalanta) und Heidi Elisabeth Meier (Romilda), den sonoren Bass Torben Jürgens (Ariodate) und den mit dem Falsett jonglierenden Hagen Matzeit (Elviro). Erstmals dabei ist die Mezzosopranistin Laura Nykänen als Amastre. Zusammen mit dem Chor der Deutschen Oper am Rhein und den Barockspezialisten der Neuen Düsseldorfer Hofmusik unter der Leitung von Konrad Junghänel lässt das Ensemble Virtuosität, Witz und Spielfreude der Erfolgsproduktion wieder aufleben.

In Händels Oper „Xerxes“ ist der persische Großkönig keineswegs von staatsführender Natur. In der Eröffnungs­szene erlebt man ihn träumend unter einer Platane liegend, wo er sich mit dem berühmten „Ombra mai fù“ seinen Gefühlen hingibt. Wie in Barockopern üblich muss der Kriegsheld nicht kämpfen, sondern verliebt sich statt­dessen in eine Frau, die er nicht bekommen kann. Die schöne Romilda ist seinem Bruder Arsamene treu und ver­weigert dem König ihre Gunst. Er verstößt ihretwegen die ihm ergebene Amastre, verbannt Arsamene und wird sich mit Romildas Vater über eine Hochzeit handelseinig – und doch bleibt ihm am Schluss nichts anderes übrig, als reumütig zu Amastre zurückzukehren, während Arsamene sich seiner Romilda endgültig sicher sein darf. Eine „barocke Muppet-Show“ nennt der norwegische Regisseur Stefan Herheim sein Bühnenspektakel, das mit der berühmten Xerxes-Arie „Ombra mai fu“ beginnt und nach einem verwirrenden Liebes- und Intrigenspiel mit der Einsicht endet, dass das Leben ein Theater ist, in dem man sich seine Rolle nicht immer aussuchen kann. Als Theater auf dem Theater hat Heike Scheele das Bühnenbild gestaltet, Gesine Völlm entwarf die opulenten Kostüme.