„Die Päpstin“ von Donna W. Cross als gesungener Roman
06.06.2011 | 18:12 Uhr 2011-06-06T18:12:00+0200
Fulda. In Fulda ist es gelungen, den Millionen-Bestseller „Die Päpstin“ auf die Musical-Bühne zu bringen. Die Musik ist so eingängig, wie es sich für ein Muscial gehört – und Donna W. Cross, die Autorin des Welterfolgs, war bei der Uraufführung überaus gerührt.
„Wir sind Päpstin!“ Über diesen Satz amüsierte sich bei der Welturaufführung des Musicals „Die Päpstin“ nach dem Bestsellerroman von Donna W. Cross nicht nur Produzent Peter Scholz, sondern das gesamte Publikum der Uraufführung im Fuldaer Schlosstheater: Ein Sponsor hatte ihm als Premierengeschenk die – allerdings leicht veränderte – „Titelseite“ eines allseits bekannten Boulevardblattes überreicht, das zu der letzten Papstwahl mit einem ähnlichen, mittlerweile vielzitierten Satz aufgemacht hatte...
Doch zur Sache: Kann es gelingen, einen gut 600 Seiten starken Roman so zu komprimieren, dass eine singbare Bühnenversion daraus wird? Es kann – wenn man sich auf die wesentlichen Handlungsstränge beschränkt und diese konsequent verfolgt (Buch Christoph Jilo und Dennis Martin).
Die Musik ist eingängig, wie man es bei einem Musical erwartet. Das eine oder andere bleibt durchaus im Ohr haften, da sich der Komponist (ebenfalls Dennis Martin) dem Melos, dem zarten Schmelz verpflichtet fühlt. So gewinnt man Zuschauer.
Komische Beichtszene
Sehr gelungen ist die szenische Umsetzung mit teilweise hervorragenden Darstellern wie Sabrina Weckerlin, die als Päpstin die Zerrissenheit dieser Figur gut herausarbeitet, Mathias Edenborn als Markgraf Gerold, der einen schauspielerisch eher zurückhaltenden, aber für seine Zeit durchaus fortschrittlich denkenden Liebhaber Johannas gibt, oder aber Norbert W. Conrads, der den Vater Johannas als furiosen, frauenverachtenden Mann auf die Bühne stellt – kraftvoll, aber dabei manchmal an die Grenzen seiner stimmlichen Möglichkeiten stoßend. Was auch Christian Schöne als Athanasius passiert, der trotz alledem und alledem einen machtgierigen und schneidenden Gegensatz zu Johanna darstellt.
Regisseur Stanislav Mosa hat die Personen konsequent geführt, ohne zur Überzeichnung zu neigen; bunt und lebensfroh ist die Szene auf dem Jahrmarkt in Saint Denis oder die Volksszene in Rom, teilweise komisch die Beichtszene im Kloster in Fulda.
Das Bühnenbild von Christoph Weyers nutzt die Möglichkeiten der kleinen Bühne im Fuldaer Schlosstheater mit einer kleinen Drehkonstruktion gut aus und ermöglicht rasche Szenewechsel, wobei manchmal wie beim Film „Cuts“ entstehen.
Insgesamt eine sehenswerte Aufführung, die den Roman von Donna W. Cross, die zu der Uraufführung angereist war und sich überaus gerührt zeigte, sehr gut umsetzt. Über die Einspielung des Orchesters als Halbplayback, die wirtschaftliche Gründe hat, mag man indes geteilter Ansicht sein.
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