Die andere Güden

Waren das noch Zeiten, als Frauen sich Hilde nannten, weil der Taufname Hulda weniger Erfolg versprach. So war es bei Hilde Güden (1917-1988). Kennern geht das Herz auf: Die in Wien geborene Sopranistin war vielleicht die beste „Fledermaus“-Rosalinde aller Zeiten, zählte zu den Stützen des legendären Mozart-Ensembles und sang Richard Strauss in Vollendung.

Angesichts solcher komponierenden Hausgötter werden selbst Verehrer über ein wiederentdecktes Album Hilde Güdens staunen. Für „My secret heart“ sang sie vor mehr als einem halben Jahrhundert englische Operetten, Musicals (Novello) und Tonfilmschlager. Nicht ohne Akzent, aber von jener edelsüß patinierten Weiblichkeit, bei der jeder Hörer selig die Kritikerwaffen strecken muss. Und zur Versöhnung für Puristen gibt’s in der zweiten Hälfte reichlich Weaner Lieder – auf CD ist diese Sammlung eine Premiere.

Hilde Güden: My secret heart“. Werke von Novello und Coward. Dazu „This is my Vienna“. Decca. 60 Minuten, ca. 12€.

Liebhaberstück

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