Die Abräumer

Nach den „Abtauchern“ schlägt Thomas Schweres auch mit seinem zweiten Ruhr-Krimi „Die Abräumer“ ein hohes Tempo an, da liest man auch über die eine oder andere Unwahrscheinlichkeit recht schnell hinweg. Sehr genau zeichnet der gelernte Boulevard-Reporter jenes Milieu, in dem als erster der Videogeier Gonzo Gonschorek aus der Feder des Revier-Duos Karr & Wehner Federn ließ.

Zwei geschickt verschachtelte Zeitebenen, ein durchgehender Filz in der Dortmunder Stadtverwaltung, der mancher Laus den Pelz wärmt und eine Art von krimineller Energie im Kreditwesen einer örtlichen Bank, die auf Systemfehler zurückgeht – dieser Krimi hat bei allem Hang zu Todesfällen und gesteigerter Drastik rund um seine Halbwelt-Größen durchaus realistisch-kritische Momente. Störend wirkt sich in diesem Band nur hin und wieder das allzu flüchtige Lektorat aus.

Thomas Schweres: Die Abräumer. Kriminalroman. Grafit Verlag, 254 S., 9,99 €.

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