Deutschland stellt sich bei Kunstbiennale in Venedig vor

Der Deutsche Pavillon auf der Kunstbiennale Venedig. In dieser "imaginären Fabrik" der es vor allem um Flüchtlinge, Arbeitslosigkeit und die Macht der digitalen Medien.
Der Deutsche Pavillon auf der Kunstbiennale Venedig. In dieser "imaginären Fabrik" der es vor allem um Flüchtlinge, Arbeitslosigkeit und die Macht der digitalen Medien.
Was wir bereits wissen
Der Deutsche Pavillon in Venedig war eine Straßenbahnhaltestelle, eine U-Bahn-Station und eine Kirche. Jetzt soll er eine imaginäre Fabrik werden.

Venedig.. Für die Gestaltung des Deutschen Pavillons auf der Kunstbiennale in Venedig hat Kurator Florian Ebner drei deutsche Künstler und ein in Kairo lebendes internationales Künstlerpaar ausgewählt.

Ihre Arbeiten sind eigens für die Biennale entstanden und werden dort erstmals gezeigt. Zur offiziellen Eröffnung des Pavillons kamen Europa-Staatsminister Michael Roth und die Präsidentin des Instituts für Auslandsbeziehungen, Ursula Seiler-Albring. "Kunst sollte nicht nur das Ziel haben, dekorativ und gefällig zu sein", sagte Roth am Donnerstag. "Kunst sollte intervenieren und dazu anregen, sich mit den grundlegenden Fragen des Lebens und des Weltgeschehens auseinanderzusetzen." Im Deutschen Pavillon sei das eindrucksvoll und innovativ umgesetzt.

Florian Ebner zeigt Fotos und Videos im Pavillion

Deutschland hat als einziges Land bisher drei Mal den Goldenen Löwen für seinen Landesbeitrag gewonnen. Mit Florian Ebner vom Museum Folkwang in Essen zeichnete erstmals ein Fotoexperte für die Ausstellung verantwortlich. Der Schwerpunkt liegt auf Foto- und Videoarbeiten.

Kunst-Biennale Der Deutsche Pavillon gilt mit seiner Nazi-Architektur als schwer zu bespielen. Durch Umbauten ist nach Ebners Konzept eine imaginäre "Fabrik" entstanden, in der es vor allem um Flüchtlinge, Arbeitslosigkeit und die Macht der digitalen Medien geht. Als deutsche Künstler sind Olaf Nicolai, Hito Steyerl und Tobias Zielony vertreten. Das in Kairo lebende Künstlerpaar Jasmina Metwaly und Philip Rizk zeigt ein Bühnenstück als Video, das mit ägyptischen Arbeitslosen entwickelt wurde.

Insgesamt stellen sich bei der 56. Biennale fast 90 Nationen mit eigenen Länderpavillons vor. Zudem sind in der Hauptausstellung 163 Künstler aus 53 Ländern vertreten. Am Samstag öffnet die fast sieben Monate dauernde Schau für das Publikum. Zum Auftakt werden die begehrten Goldenen Löwen vergeben.

Für das Publikum öffnet die Biennale in Venedig an diesem Samstag. Sie dauert bis zum 22. November. (dpa)