Der Typ mit dem gewissen Etwas

Los Angeles..  Schiefe Nase, australischer Akzent – Rod Taylor war in den 50er-Jahren nicht gerade aus dem Holz geschnitzt, aus dem Hollywood Filmstars machte. Er schaffte es trotzdem: Verwegene Haartolle, tiefgründiger Blick, schüchternes Lächeln – so wurde er in den 60ern zum Sex-Symbol. Taylor strahlte in Hitchcocks Thriller „Die Vögel“ als Anwalt Mitch Brenner, der unter der Fuchtel seiner herrschsüchtigen Mutter stand, das gewisse Etwas aus. Es war seine Glanzrolle. Mit 84 Jahren ist Taylor am Mittwoch in Los Angeles gestorben.

Über seine Ankunft in Hollywood, wo er etwa 50 Filme drehte, berichtete der einstige Amateurboxer: „Sie erwarteten wohl eine Kreuzung aus Marlon Brando und Rock Hudson. Als ich aber in meinem engen Anzug aus dem Flugzeug stieg, sind den Vertretern des Filmstudios erstmal die Gesichtszüge entgleist. Ich dachte: Toll, die mögen mich nicht. Also bleibe ich!“

Taylor fand in Hollywood seine Nische, zunächst als Nebendarsteller in romantischen Komödien wie „Mädchen ohne Mitgift“ (1956). Mit der „Zeitmaschine“ nach H.G. Wells gelang ihm als zeitreisender Erfinder George 1960 der Durchbruch. Es kamen Hauptrollen in Filmen mit Doris Day, er spielte an der Seite von Jane Fonda und John Wayne.

Mit Rollen in „Outlaws“ oder „Starship Osiris“ kam er dann an die früheren Erfolge nicht mehr heran; dafür wirkte er in der TV-Serie „Falcon Crest“ aus den 80ern mit. Als er sich schon von der Schauspielerei zurückgezogen hatte, bot ihm Quentin Tarantino die Rolle des britischen Premierministers Winston Churchill in „Inglourious Basterds“ an.