Der Traum vom Wilp-Museum in Witten ist geplatzt

Witten..  Aus der Traum vom Wilp-Museum in Witten. Die geplante Ausstellung mit Exponaten des verstorbenen Werbe- und Weltraumkünstlers Charles Wilp ist geplatzt. Das erklärte seine Witwe Ingrid Schmidt- Winkeler: „Es hat keinen Zweck, es ist Schluss“, sagt die Düsseldorferin. Sie will die Ausstellungsstücke aus Witten abziehen, sobald sie einen neuen Standort für ein Wilp-Museum gefunden hat.

Als Werbe-Guru begeisterte der gebürtige Wittener Charles Wilp einst die Massen, und so stellte man sich vor, dass auch ein Wilp-Museum in Witten wahre Besucherströme in die Stadt locken sollte. Im Jahr 2010 schloss der Wittener Wilp-Verein mit dem Wasserwerk einen über 20 Jahre laufenden Mietvertrag über ein stillgelegtes Pumpwerk an der Ruhr ab, um in dem Werk ein Wilp-Museum einzurichten. Der Verein kaufte auch das Ufo, mit dem Wilp das Dach seines Hauses bestückt hatte. Die Witwe Ingrid Schmidt-Winkeler, die zuvor schon mit einem Wilp-Museum im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth geliebäugelt hatte, zeigte sich bereit, eine Ausstellung aus Wilps Nachlass zu bestücken. Doch nach emsigem Beginn des Umbaus für das historische Gebäude und der Landung des Wilp-Ufos vor seinen Türen war das Projekt bald ins Stocken geraten, dann sorgte auch noch Vandalismus für erste Schäden.

Der Grund für den Rückzug: Das Wasserwerk verweigerte der Umwidmung des Geländes in eine „museale Nutzung“ die Zustimmung. Man wollte die Rechte zur Trinkwassergewinnung nicht verlieren. Nur die Politik hätte womöglich das Rad durch einen Ratsbeschluss noch einmal zurückdrehen können.

Doch monatelang tat sich nichts. Letztlich hatte Ingrid Schmidt-Winkeler die Geduld verloren. Daraus, dass sie jeden Tag ohne Museum Verluste mache und mehr Engagement von der Politik erwartet hätte, machte sie keinen Hehl mehr. Sie sucht jetzt nach einem anderen Standort für die Fotos und Skulpturen, mit denen die Ausstellung gestaltet werden sollte. Schmidt-Winkeler will nun sogar Schadenersatz fordern. Von wem konkret, ließ sie offen.

Kritiker halten ihr dagegen vor, sich selbst für den Standort Witten nie richtig eingesetzt zu haben.

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