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Kultur

Der seltsame Tod Pasolinis

20.06.2007 | 08:55 Uhr

700 Schriftsteller fordern neue Ermittlungen nach der Ermordung ihres italienischen Kollegen.Es bleiben nach wie vor viele Umstände des Verbrechens aus dem Jahre 1975 ungeklärt

Rom. Internationale Schriftsteller fordern neue Ermittlungen über die Ermordung des italienischen Autors und Regisseurs Pier Paolo Pasolini.

Wie die römische Tageszeitung "La Repubblica" gestern berichtete, unterstützen Andrea Camilleri, Dacia Maraini und Bernard-Henri Lévy gemeinsam mit 700 Kollegen eine entsprechende Unterschriftenkampagne von Roms Bürgermeister Walter Veltroni. "Das Verbrechen von Ostia ist ein Rätsel", sagte Veltroni bei der Präsentation der Unterschriften. "Jetzt muss die Justiz ihm auf den Grund gehen."

Der zu lebenslanger Haft verurteilte Pino Pelosi habe zu häufig seine Aussagen geändert, als dass sie glaubwürdig sein könnten, erklärte Roms ehemaliger Kulturdezernent Gianni Bogna. Zudem seien auf der Kleidung des angeblichen Alleintäters keine Blutspuren gefunden worden, während die Leiche Pasolinis blutüberströmt gewesen sei. Pelosi zog nach dem Ende seiner Gefängnisstrafe im Jahr 2005 sein Geständnis zurück.

Der Schauspieler Sergio Citti berichtete 2005 kurz vor seinem Tod, Pasolini habe am fraglichen Abend eine Verabredung mit Jugendlichen gehabt. Diese hätten Rohmaterial seines letzten Films "Salò oder Die 120 Tage von Sodom" geraubt, Pasolini habe sie zur Herausgabe bewegen wollen. Pasolini war in der Nacht auf den 2. November 1975 am Strand von Ostia erschlagen worden. Der Leichnam wurde mehrfach mit dem Auto des Opfers überfahren. In dem Wagen wurden Kleidungsstücke sichergestellt, die weder Pasolini noch dem damals 17-jährigen Pelosi gehörten.

Pelosi gab 2005 an, Pasolini auf Anweisung mehrerer Auftraggeber getötet zu haben. Diese hätten das Leben seiner Familie für den Fall bedroht, dass er sie bei dem Prozess um den Mord belastete. Die römische Staatsanwaltschaft startete neue Ermittlungen, stellte das Verfahren jedoch nach kurzer Zeit wieder ein. Roms Bürgermeister Veltroni beauftragte einen Anwalt mit eigenen Untersuchungen.

epd

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