Das aktuelle Wetter NRW 25°C
Kultur

Der Schriftsteller Jakob Arjouni ist tot

17.01.2013 | 17:17 Uhr
Foto: /dapd/Sebastian Willnow

Der Schriftsteller Jakob Arjouni ist tot. Der Schöpfer des deutsch-türkischen Privatdetektivs Kemal Kayankaya starb in der Nacht zum Donnerstag in Berlin im Alter von 48 Jahren an Krebs, wie der Diogenes Verlag in Zürich mitteilte.

Zürich/Berlin (dapd). Der Schriftsteller Jakob Arjouni ist tot. Der Schöpfer des deutsch-türkischen Privatdetektivs Kemal Kayankaya starb in der Nacht zum Donnerstag in Berlin im Alter von 48 Jahren an Krebs, wie der Diogenes Verlag in Zürich mitteilte.

Seinen großen Durchbruch hatte er 1985 mit seinem Kriminalroman "Happy Birthday, Türke!", in dem er seinen Ermittler Kayankaya erstmals durch die Mainmetropole schickte. Da war er gerade Anfang 20. 1991 wurde der Roman von Doris Dörrie verfilmt. Fünf Bücher schrieb Arjouni über seinen Privatdetektiv, der kein Wort Türkisch spricht, aber als "Kanake" beschimpft wird. Der letzte Fall mit Kemal Kayankaya, "Bruder Kemal", erschien im Herbst 2012.

Arjouni wurde am 8. Oktober 1964 in Frankfurt am Main geboren. Sein Vater war der Dramatiker Hans Günter Michelsen. Den Namen Arjouni nahm er später von seiner aus Marokko stammenden Ex-Ehefrau an.

Sein Abitur machte Arjouni an der Odenwaldschule, die damals noch als Vorzeigeinternat der Reformpädagogik galt und inzwischen wegen des jahrelangen sexuellen Missbrauchs der Schüler durch mehrere Lehrer in Verruf geraten ist.

Nach seinem Abitur lebte Arjouni zweieinhalb Jahre im südfranzösischen Montpellier, wo er unter anderem als Kellner und Textilverkäufer arbeitete. Nach seinem Erstlingsroman "Happy Birthday, Türke!" und dem Theaterstück "Garagen" begann er eine Ausbildung an einer Berliner Schauspielschule, die er aber wenig später abbrach.

Arjouni verlegte sich ganz aufs Schreiben. Neben seinen Krimis mit Kayankaya schrieb er Theaterstücke, darunter "Nazim schiebt ab" und mehrere Berlin-Romane wie "Magic Hoffmann" (1996) oder "Der heilige Eddy" (2009). 1992 wurde er für den Kayankaya-Krimi "Ein Mann, ein Mord" mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet.

Mit seiner Frau und den beiden Kindern lebte Arjouni zuletzt in Südfrankreich und in Berlin, wo er nun starb.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Nach der jüngsten Preiserhöhung kehren viele Wirte Sky den Rücken . Wo verfolgt ihr Bundesliga- und Champions-League-Spiele?

Nach der jüngsten Preiserhöhung kehren viele Wirte Sky den Rücken . Wo verfolgt ihr Bundesliga- und Champions-League-Spiele?

 
Aus dem Ressort
Cindy aus Mahrzahn für Dreharbeiten unter Geiern in Elspe
Fernsehen
Noch schnell den rosaroten Colt umgeschnallt und schon geht es los: Plattenbau-Prinzessin Cindy aus Marzahn, bekannt aus dem SAT1-Fernsehen, und Rolf Schauerte liefern sich ein amüsantes Wortgefecht auf der Bühne des Elspe Festivals. Die Szene ist Teil der neuen Cindy-Show in SAT1.
„Dickes G“-Festival in Gevelsberg mit Topact Dr. Ring Ding
Festival
Der Babyspeck ist bei der sechsten Auflage längst weg und nun wächst das Musikfestival „Dickes G“ trotzdem ordentlich in die Breite. Denn: Zum ersten Mal will der veranstaltende Neue Gevelsberger Kulturverein (NGK) am Samstag, 16. August, zwei Bühnen auf dem Festivalgelände am Ennepebogen aufbauen.
Intendant verlässt die Neue Philharmonie Westfalen
Abschied
Die Neue Philharmonie Westfalen muss sich von Stephan Popp, Geschäftsführender Intendant des Landesorchesters, verabschieden. Insgesamt zwölf Jahre war Popp in Recklinghausen tätig. Nun will er sich selbstständig machen - als internationaler Berater im Bereich Theater und Orchester.
"Beuys" wird "Geist" - Streit um Fettecken-Schnaps beigelegt
Kunst
Drei Künstler hatten aus Überresten des vor mehr als 30 Jahren zerstörten Joseph-Beuys-Kunstwerks "Fettecke" 50-prozentigen Schnaps gebrannt. Diese Aktion führte zu einer Auseinandersetzung mit Beuys' Witwe. Jetzt ist der Streit beigelegt. Es gibt eine Einigung.
Tatort-Kommissarin findet "Tatort" langweiliger als früher
Krimireihe
Ulrike Folkerts, die dienstälteste Tatort-Kommissarin, kritisiert die aktuellen Folgen der ARD-Krimireihe. Vor 20 Jahren seien die ARD-Produktionen allesamt spannender gewesen. Eine Erklärung für die abnehmende Spannungskurve hat die Schauspielerin auch: politische Korrektheit.