Der Inbegriff des „süßen Lebens“ starb mit 83 Jahren

Anita Ekberg gehört zu den wenigen Stars, die durch eine einzige Filmszene weltberühmt wurden: Mit ihrem nächtlichen Bad im römischen Trevi-Brunnen schrieb Anita Ekberg in Federico Fellinis Klassiker „La dolce vita“ (1960) Filmgeschichte. Sylvia, gespielt von Ekberg, streift durch das nächtliche Rom und nimmt ein Bad im berühmten Brunnen. „Marcello, komm her!“ ruft sie zärtlich ihren Film-Partner, der daraufhin zu ihr ins Wasser steigt. Die Schwedin verdrehte nicht nur ihrem Partner Marcello Mastroianni den Kopf, sondern der gesamten Männerwelt. Es sollte der einsame Höhepunkt in ihrer Filmkarriere bleiben. Am Sonntag starb die Wahl-Italienerin mit 83 Jahren nach langer Krankheit in Rocca di Papa am Stadtrand von Rom.

Der „schwedische Eisberg“, als der sie zeitweise vermarktet wurde, war 1931 als achtes Kind einer Arbeiterfamilie in Malmö zur Welt gekommen. Ihre Schönheit verhalf ihr zu Titeln wie „Miss Schweden“. Bald landete sie in Hollywood, 1955 erhielt sie für ihre Rolle in „Der gelbe Strom“ den Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin. Einen weiteren Erfolg feierte sie 1956 mit „Krieg und Frieden“.

Nach „La Dolce Vita“ blieb die Schwedin in Rom. Dort machte sie aber weniger mit Filmerfolgen als mit ihren Beziehungen zu meist prominenten Männern von sich reden. Als die Schwedin 1962 mit Frank Sinatra „Vier für Texas“ drehte, flirteten die beiden: „Und er hat mich auch gefragt, ob er mich heiraten kann“, erzählte Ekberg 2013 bei der Berlinale. Ein Comeback feierte sie 1986 mit Fellinis „Intervista“, aber es blieb sporadisch bis hin zum letzten Filmauftritt als Hackebeil schwingende Metzgerin in „La Bambola“ (1996).

Ekberg blickte auf zwei geschiedene Ehen mit den Schauspielern Anthony Steel und Rik van Nutter zurück und lebte zuletzt zurückgezogen in der Nähe von Rom. Foto: Imago