Der Gründungsvater der NRW-Staatsgalerie ist tot
06.07.2010 | 20:47 Uhr 2010-07-06T20:47:00+0200
Düsseldorf.Werner Schmalenbach, der Gründungsdirektor der Kunstsammlung NRW, ist am Dienstag gestorben. Er habe das Haus zu einem der führenden Museen Europas und zur ,Nationalgalerie’ NRWs gemacht, würdigte ihn seine Nachfolgerin.
Es hat schon fast einen tragischen Zug: Wenige Tage vor der Wiedereröffnung der Kunstsammlung NRW, deren internationalen Ruf er begründete, ist Werner Schmalenbach am Dienstag nach langer Krankheit mit 89 Jahren in Meerbusch gestorben. Das teilte das Düsseldorfer Museum mit.
Der in Göttingen geborene Schmalenbach, der sich zeitlebens für die Kunst Afrikas begeisterte, war ab 1955 Direktor der Kestner-Gesellschaft Hannover, bevor er 1962 Gründungsdirektor der neuen Kunstsammlung NRW wurde. Deren Kern, die umfangreiche Paul-Klee-Kollektion, die das Land kurz zuvor erworben hatte, baute Schmalenbach mit untrüglichem Gespür für Qualität weiter aus. Entstanden ist auf diese Weise eine Sammlung, die nicht auf eine Gesamtschau des 20. Jahrhunderts angelegt ist, sondern auf die exemplarische Kraft des einzelnen Werks setzt. Zu den rund 200 Erwerbungen der Ära Schmalenbach gehören allerdings auch ganze Werkgruppen von Picasso, Max Ernst oder Kurt Schwitters sowie bedeutende Schlüsselwerke von Emil Schumacher, Piet Mondrian, Jackson Pollock oder Robert Rauschenberg.
Schmalenbach, der die Kunstsammlung 28 Jahre lang geleitet hatte, wurde von seiner Nachfolgerin Marion Ackermann als ein „Kunst- und Museums-Experte von internationalem Ruf und Rang“ gewürdigt: „Unser Haus verdankt seinem Können und seiner Kennerschaft Gemälde von Weltgeltung, mit deren Erwerb er die Kunstsammlung zu einem der führenden Museen Europas und zur ,Nationalgalerie’ unseres Bundeslandes gemacht hat“.
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