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„Der gestiefelte Kater“ als Opernspaß für Kinder

20.03.2011 | 18:07 Uhr

Duisburg. Hiphoppende Kaninchen, singende Kater und ein König im Biker-Look: Die Rheinoper macht aus Xavier Montsalvatges Oper „Der gestiefelte Kater“ einen großen Märchenspaß.

Spannend, lustig und romantisch ist die Oper „Der gestiefelte Kater“, die der Katalane Xavier Montsalvatge 1947 nach dem Grimm-Märchen komponierte. Die Rheinoper bietet dem Nachwuchspublikum keine Sparversion: Die aufwendige Inszenierung auf der großen Bühne des Duisburger Theaters mit Solisten und den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Rainer Mühlbach ist hinreißend.

Kinderoper nicht als Anhängsel sondern vollwertiger Teil des Spielplans: Das spüren die Kinder, und auch Erwachsene haben ihren Spaß. Regisseurin Svenja Tiedt greift in die große Theater-Zauberkiste. Die Geschichte vom Müller, der seinem ersten Sohn die Mühle, dem zweiten Geld und dem dritten nur den Kater vermacht, wird zur Ouvertüre in einem Animationsfilm in schlichten Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Gregor Stockmann erzählt.

An Bühnenbild und Kostümen von Tatjana Ivschina kann man sich gar nicht satt sehen: Unter einer düsteren Brücke findet der enttäuschte Müllerssohn (Michael Pflumm) ein neues Zuhause. Den Kater (Iryna Vakula) aber zieht’s hinaus, Reichtum und Glück zu erobern. Er fängt vier weiße Kaninchen ein und nimmt sie als Geschenk mit ins verfallende Dornröschen-Schloss. Der verarmte König (Bruno Balmelli) erinnert an einen abgewrackten Biker, das Reifrock-Kleid der Prinzessin (Melanie Lang) ist abgerissen, die weiße Perücke zerzaust.

Hier zischt und kracht es

Der Kater singt so schön von der Liebe seines Herrn – angeblich ein Marquis – dass die Prinzessin hin und weg ist. Mit einer List gelingt es dem Kater, den Müller auch als Marquis zu verkaufen: Die Prinzessin angelt ihn (mit ihrem Sonnenschirmchen) aus einem Fluss, in dem ihn Nixen immer wieder nach unten ziehen.

Weiter geht’s ins gruselige Labor des Zauberers (Oleg Bryjak), auf dessen Schloss es der Kater abgesehen hat. Hier zischt und kracht es, Flammen schlagen aus einem Skelett. Auch der Zauberer wird überlistet; dann können alle feiern, und der Kater bekommt ein feines Ruheplätzchen.

Dafür, dass auf der Bühne immer was los ist, sorgen in dieser Inszenierung nicht nur die ungeheuer spielfreudigen Sänger und Statisten sondern auch die von Amelie Jalowy einstudierten Tänzer, die als hiphoppende Kaninchen zu Publikumslieblingen werden. Die Hochzeitsfeier der Hofgesellschaft wiederum wird als Schattenspiel gezeigt.

Die Kinder feiern nahezu entfesselt mit. Dass es gelingt, das Publikum noch einmal zu beruhigen, zeigt, wie gekonnt Svenja Tiedt arbeitet.

Anne Horstmeier


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