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Ralf Schmitz im Interview

Der Derwisch vom Dienst

19.06.2008 | 11:16 Uhr
Der Derwisch vom Dienst

Er ist der Kleine in der großen, weiten Comedy-Welt: Ralf Schmitz (33). Zurzeit ist der gebürtige Leverkusener „Verschmitzt” auf Deutschlands Bühnen unterwegs – wenn er nicht gerade in der Sat.1-Comedyarena „Genial daneben” harte Nüsse knackt. Anfang 2009 folgt dann ein neues Tourneeprogramm.

Sie haben in Ottos „7 Zwerge”-Filmen gespielt und kokettieren schon mal mit Ihrer Körperkürze. Hand aufs Herz: Wie groß – oder klein – ist Ralf Schmitz wirklich?

Schmitz: 1,68 Meter.

Napoleon soll ja etwa die gleiche Höhe gehabt haben. Sind das die Beruflichen Optionen, wenn man körperlich nicht ganz so groß geraten ist: Comedian oder Diktator?

Schmitz: (lacht) Dann lieber Comedian! Leute zum Lachen zu bringen finde ich irgendwie angenehmer, als sie abzumurksen.

Mal im Ernst: Haben Sie Probleme mit Ihrer Körpergröße?

Info
Ralf Schmitz live:

16.9. Oberhausen (Ebertbad)

18.9. Bottrop (Brauhaus am Ring)

25.9. Krefeld (Seidenweberhaus)

5.12. Duisburg (Stadthalle Walsum)

7.12. Attendorn (Stadthalle)

10.12. Essen (Lichtburg)

13.12. Bochum (Jahrhunderthalle).

Karten (ca. 25-30 €) in unseren TICKET-SHOPs, 01805/280123 oder www.DerWesten.de/tickets

Schmitz: Gar nicht! 1,68 Meter ist doch gerade noch an der Normalgrenze, außer wenn man neben „Maddin” Schneider steht …

Mögen Sie eigentlich Tiere?

Schmitz: Ich habe eine Hauskatze, Minka. Die ist 23 Jahre alt. Ungelogen!

Ich dachte an die Sat.1-„Urmel”-Produktion, wo Sie den Pinguin spielten. Und Sie singen den Titelsong der Serie „Shaun das Schaf”. Wohl dem, der ein kindliches Gemüt hat.

Schmitz: Natürlich! Es ist immer schön, wenn man eine gewisse Bandbreite bedient – wenn man Menschen persiflieren, aus der Alltäglichkeit herausnehmen kann. Aber ich darf eben auch kindlich sein. Ich darf ein Schafskostüm anziehen und singen. Ich darf ein Zwerg sein, mit einer Mütze auf dem Kopf. Was will man mehr? Die nächste Figur ist … keine Ahnung. Vielleicht ein Diktator.

Wann haben Sie den professionellen Spaßmacher in sich entdeckt?

Schmitz: Im Kindergarten habe ich einen Zirkusdirektor gespielt, mit einem viel zu großen Zylinder. Später, beim Schultheater, war ich im "Sommernachtstraum” Frank Flaut, der Blasebalg-Flicker.

Nicht der Puck?

Schmitz: Nein, den durfte ein Mädchen spielen. Ich war sauer! Aber dann habe ich richtig aufgedreht. Die Zuschauer haben Tränen gelacht.

Bleiben wir dort, wo's wehtut. Eine liebe Kollegin von mir behauptet: „Den Schmitz mag ich nicht, der ist mir zu hibbelig und lacht immer laut über seine eigenen Witze.”

Schmitz: Über meine eigenen Witze? Ist mir noch gar nicht aufgefallen. Ich lache vielleicht über Situationen oder Ideen, die dahinterstecken. Aber sonst? Ich bin meist nur gut gelaunt.

Also trifft das Klischee vom traurigen Clown nicht auf Sie zu?

Schmitz: Nein. Ich bin kein triefend ernster Mensch. Ich lache aber auch nicht ständig laut über alle möglichen Dinge …

...wie zum Beispiel Ihre eigenen Witze...

Schmitz: (lacht) Genau! Aber man kann auch lachen und trotzdem Respekt haben vor den wichtigen Dingen. Selbst der Dalai Lama, den ich kürzlich in Mönchengladbach gesehen habe, lacht viel, trotz der schwierigen Zeiten für ihn und sein Volk. Er ist ein Mensch, der Ernsthaftigkeit zeigt – und doch nicht in diese Betulichkeit abgleitet. Mein Gott, ich bitte, den philosophischen Exkurs zu entschuldigen!

Keine Ursache. Im aktuellen Programm „Verschmitzt” lassen Sie sich samt Publikum in ein fiktives Kaufhaus einschließen. Ein Kindheitstraum?

Schmitz: Wer wünscht sich das nicht? Man darf alle Süßigkeiten essen, alle Spielsachen auspacken … großartig.

Sie rennen mit einer mobilen Kamera durchs Publikum, holen Zuschauer auf die Bühne und machen vieles aus dem Stegreif. Da schimmert Ihre Vergangenheit beim Impro-Theater „Springmaus” durch …

Schmitz: Ja, da durfte ich mich zum ersten Mal richtig austoben. Vorher kam natürlich die klassische Ausbildung. Aber ganz alleine auf die Bühne zu gehen mit gar nichts an der Hand: Das ist toll. Beim ersten Mal kommt man da ganz schön ins Schwitzen.

Anfang 2009 gibt's Ihr neues Programm. Hat es schon einen Titel?

Schmitz: Ich schwanke noch zwischen zweien.

Wie wär's mit „Schmitz, pass auf!” oder „Wie ein geölter Schmitz”?

Schmitz: (lacht) Ich denke darüber nach.

Über welchen Witz haben Sie zuletzt laut gelacht?

Schmitz: Ich hab' kürzlich was mit Klinikclowns gemacht, in einem Kinderkrankenhaus. Da hat mir ein Junge einen erzählt … (zögert) Nein, der ist zu versaut.

Na, kommen Sie!

Schmitz: Nee, wirklich nicht. (kringelt sich vor Lachen) Jetzt lache ich übrigens wieder, nicht über mich, sondern über den Witz … Aber da war noch ein anderer: „Sitzen zwei Scheißhaufen auf der Mauer. Kommt'n Dünnschiss vorbei und sagt: Darf ich mich zu euch setzen? Sagen die anderen: Nee, das is' nur was für Harte.” Den hat mir übrigens ein Neunjähriger erzählt.

Frank Grieger

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