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Peter Maffay

Der Dauerbrenner

03.09.2008 | 17:32 Uhr
Der Dauerbrenner

Rückzug ins Private? Für den Deutschrock-Dauerbrenner kein Thema. Seiner Fangemeinde bleibt der 59-Jährige auf „Ewig” treu – und so lautet auch (nicht ganz zufällig) der Titel seines neues Albums. freizeit sprach mit dem gebürtigen Siebenbürgener in seiner Wahlheimat auf Mallorca.

Sie haben Ihr neues Album mit „Ewig" betitelt? Was bedeutet dieses Wort für Sie?

Maffay: Ewig ist ein richtig schönes Wort. Es ist für mich positiv besetzt. Jeder wünscht sich doch, dass Dinge, die einem viel bedeuten, ewig währen. Solchen Gefühlen können selbst Trennungen, etwa durch den Tod, nichts anhaben. Das ist mit dem Refrain gemeint: „Wenn nicht für immer, dann wenigstens ewig”. Für immer kann ich dir nicht versprechen, ewig schon eher.

Ist Ihre Musik denn für die Ewigkeit?

Maffay: Nein, da will ich mich nicht versteigen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass mein kleiner Junge durch sie etwas von mir mitnimmt in sein Leben – und dies dann womöglich später überträgt auf seinen Sohn oder seine Tochter. Spirituelle Impulse überleben die Zeit. In einem Lied aus Tabaluga heißt es „Ich wollte nie erwachsen sein” – das ist eine der schönsten Zeilen. Das ist auch ein Credo. Dieses Gefühl wird es sicher immer geben.

Es heißt, eines der neuen Lieder ist für Ihren vierjährigen Sohn geschrieben?

Info
Maffay live 2009

18.2. Münster (Halle Münsterland, 46-67,50 €)

8.3. Düsseldorf (Tonhalle, 83 €)

9. & 10.3.: Siegen (Siegerlandhalle, 46-78 €)

12.6. Dortmund (Open Air im Westfalenpark, 53 €)

Karten gibt's im TICKET-SHOP: 01805/280123,www.DerWesten.de/tickets

Bereits restlos ausverkauft sind die Konzerte in Dortmund (5.3., Konzerthaus) und Essen (2.4., Philharmonie).

Maffay: Die Inspiration durch meinen Sohn spüre ich schon in etlichen Aussagen. Vieles, was an Dialog passiert, ist auch ihm gewidmet – mit dieser Einschätzung läge man bestimmt nicht ganz falsch. Ich versuche ja einiges an Quintessenz aus meinem Leben über die Erziehung auf ihn zu übertragen. Und wenn er älter wäre, könnte er sich angesprochen fühlen bei einigen Songs, durchaus.

Und was ist das persönlichste Lied auf dem neuen Album?

Maffay: Das ist stimmungsabhängig. Aber „Ewig” ragt für mich sicher aus vielen Liedern, die ich gemacht habe, heraus. Nicht weil es jetzt gerade aktuell ist, sondern weil mir das Gleichnis gut gefällt. Für mich ist es eines meiner schönsten Liebeslieder.

Wie ist aus „Ewig” ein so privates Album geworden? Schließlich schreiben Sie Ihre Texte ja nicht selbst...

Maffay: Ja, das ist bei den meisten Alben so. Es gibt nur wenige Künstler, die totale Selbstversorger sind. Wir brauchen einfach Seelenverwandte:Beatrice Reszat, die für mich die Haupttexterin auf dem Album ist, Katrin Keller und Lukas (Hilbert, die Red.) – alle saßen wir zusammen, und sie haben mir die Frage gestellt: Wo willst du hin? Was sind deine Themen?

Und wie sammeln Sie Ihre Themen?

Maffay: In einem Buch, das habe ich eigentlich immer dabei. Auf dem Rücksitz des Autos zum Beispiel oder im Flieger schreibe ich irgendwelche Sachen da rein, die nachher zum Teil zu Liedern verarbeitet werden. Das zücke ich dann raus, das lese ich vor oder kopiere es ihnen. So ist meine Musik entstanden.

Sie haben zwei Studios, eines in Tutzing am Starnberger See und eines hier auf Mallorca. Aber hier singen Sie lieber – weil die Nachbarn Sie nicht hören können?

Maffay: Das können sie in Tutzing auch nicht. Aber ich hab hier alles ein bisschen näher an mir dran. Ich singe sehr oft nachts. Wenn der Kleine ins Bett geht, wenn Tania oben den Laptop zuklappt, irgendwann um eins vielleicht – dann wache ich auf. Dann beginnt für mich diese Zeit, dann ist alles ruhig und still, dann kann ich sehr gut arbeiten.

Sie sind also eher ein Spätaufsteher?

Maffay: Es gibt Tage, da fange ich morgens um neun an, aber eigentlich stört mich Tageslicht. Das hat vielleicht was mit dem ersten Probenkeller zu tun, mit den Anfängen. Damit, dass die ersten angesagten Clubs in England im Keller waren. Es gehörte zum guten Ton, dass man hinabsteigt.

Thomas Mader

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