Der Buchhändler als Netz-Werker

Zeit, ein Buch zu lesen? Haben wir heute immer weniger. Weil so vieles andere – Nachrichten und Links von digitalen Freunden, Fotos und Filme – unsere Aufmerksamkeit beansprucht. Die erzählende Literatur erlebte mit 5,1 Prozent Umsatzverlust in 2014 einen rechten Einbruch. Und kein rettender „Shades of Grey“-Hype weit und breit!

Die gute Nachricht in der weniger guten: Den Händlern vor Ort scheint es weiterhin zu gelingen, ihre Kunden an sich zu binden. Ihr Umsatz ging weniger stark zurück; großer Verlierer ist vor allem der Online-Handel. Was nicht nur damit zu tun hat, dass ein guter Buchhändler heute zum Kaffee auch noch einen höchst persönlichen Tipp für seine Kunden bereithält oder sie mit Lesungen in seinen Laden lockt.

Sondern auch mit der Ausdehnung des lokalen Angebots auf den virtuellen Raum: Längst versorgen viele Händler ihre Kunden mit eigenem Newsletter, informieren über frische Lese-Ware – und bieten die Online-Plattform, auf der man diese bestellen kann. Und im Laden abholen. So verbindet sich virtueller Komfort mit persönlicher Bindung: ein Netz-Werken im besten Sinne.